18. März 2008

Das Wunder vom Neptunplatz 6

Ist schon ein paar Wochen her, der Tag, als die ersten NUK-Gutachten für unsere Geschäftsskizze zu Diggi.Door in mein Outlook einschlugen. Die Sonne schien und unsere Kaffeemaschine hatte gerade den Geist aufgegeben. Das nagelneue Cloer-Technikwunderwerk mit integriertem Brita-Wasserfilter macht zwar guten Kaffee, ist aber ansonsten nicht ganz dicht: Den Griff des Amazon-Austauschmodells hielt unser Werksstudent ebenfalls kurze Zeit nach dem Entpacken lose in der Hand.

Alexander Johne_Diggi.Door

Ganz rein und unschuldig lag also an jenem Tag die NUK-Benachrichtigung da im Posteingang zwischen dem Hinweis auf einen VISA-zertifizierten Shop für die sagenumwobene Nine-Inch-Perfection-Droge, einem todsicherem Aktientipp der Mallorca Building AG, dem Magic Euro Casino und der obligatorischen Paypal-Aufforderung, zum x-ten mal in dieser Woche meine Kreditkartendaten neu einzugeben – ein Saftladen, dieses Paypal.

Unsere erste offizielle Bewertung – wie lange haben wir drauf gewartet und waren nun doch ein wenig enttäuscht. Egal, wie sehr wir uns auf Leo.org auch abmühten: Selbst unser Scrabble-Großmeister vermochte aus den Einzelteilen dieser Betreffzeile nicht das Wort „Nominierung“ zusammenzupuzzeln…

Denn die war für den Fall der Fälle vor dem Bewertungsschreiben angekündigt. Aber nominiert zu sein ist nicht alles, sondern dabei zu sein – die kleinen Schwächen dieses olympischen Leitgedankens lassen wir mal außen vor. Wie auch immer: Endlich gab es eine ernsthafte Stellungnahme zu unserem Team, unserer Idee und nicht zuletzt zu unseren kommunikativen Fähigkeiten, diese zu vermitteln.

Die Idee an sich, eine Online-Galerie für digital erzeugte Kunst und Designarbeiten, geistert schon seit mehr als zwei Jahren durch unsere Köpfe und Schreibtischablagen. Die erste ernsthafte verschriftlichte und gestalterische Arbeit daran hat jetzt ein gutes Jahr auf dem Buckel.
Aber erst die Anmeldung beim NUK-Wettbewerb mit den gnadenlosen Abgabefristen zwang uns, die Hirngespinste in eine allgemeingültige Struktur zu formulieren und unser Konzept auf die vielen Fragen hin zu überprüfen, die der Mäzen im Allgemeinen und der Finanz-Ökonom oder Geldgeber im Speziellen beantwortet haben will.

Der vielleicht wichtigste Nebeneffekt im Zuge der Vorbereitung auf die Abgabe zu Stufe 1 war, dass dieses Thema Raum und Zeit in unseren Köpfen erhielt und damit die notwendigen Ressourcen, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Bald strotzte der Notizzettel auf unserem Klo vor Diggi.Gallery-Einträgen. Die restliche Stille-Örtchen-Ideensammlung, wie „Vorschlag zur Eröffnung der Grillsaison: Rind, gefüllt mit Schwein, gefüllt mit Hähnchen, gefüllt mit Hack“, trat allmählich in den Hinter(n)grund…

Erst als das komplette Team zusammengetrommelt war, wagten wir, die PDF-Dokumente zu öffnen. Der Praktikant musste sie zuvor ausdrucken und jedem in einem blickdichten Schutzumschlag überreichen. Um Punkt 20.05 Uhr rissen wir alle zeitgleich das gummierte Siegel auf, um uns der Kritik der NUK-Gutachter zu stellen.

Neben einigen handfesten Schwächen zeichneten die Experten in der Gesamtabrechnung aber ein positives Bild: gut, hervorragend, gut! Nach anfänglicher Enttäuschung und der Vorbereitung auf das Schlimmste machte sich doch bald ein solidarisches Lächeln auf unseren Gesichtern breit.

Mitten hinein in das allgemeine „Hast Du das schon gelesen?“ und „Wusste ich doch, dass das so keiner versteht!“ ertönte auf einmal der vertraute, glockenhelle Post-ist-da-Ton: BING – „Ihr Businessplan wurde im NUK-Wettbewerb nominiert!“ Die Sonne war mittlerweile untergegangen, aber unsere Bildschirme strahlten. Mal schauen, ob sich dieses kleine Wunder jetzt in der zweiten Wettbewerbsstufe wiederholt…


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