16. August 2013

„Die Auszeichnungen von NUK sind Gütesiegel“

Das Team von Implisense hat erfolgreich am NUK-Businessplan-Wettbewerb 2011/ 2012 teilgenommen. Ein Jahr später steht die Gründung kurz bevor. Im Interview erzählen die jungen Unternehmer, welche Herausforderungen sie bis jetzt gemeistert haben, welche Hürden noch kommen – und warum NUK ein guter Begleiter ist.

Dr. Andreas Schäfer, Dr. André Bergholz und Hannes Korte von Implisense

Dr. Andreas Schäfer, Dr. André Bergholz und Hannes Korte von Implisense

 

Ihr steht kurz vor der Gründung. Auf dem Weg dahin habt ihr viele Angebote von NUK genutzt. Wie weit hat NUK euch den Einstieg in die Gründerwelt erleichtert?

Wir kommen aus der angewandten Forschung und hatten bis dato wenig Kontakt zur rheinischen Gründerszene. NUK hat uns vom ersten Tag an mit vielen Know-how-Trägern zusammen gebracht. Der erste Vortrag war beispielsweise über Rechtsformen. Heute berät uns der Referent im Aufsetzen unserer GmbH. Wir haben schnell gemerkt, dass die Auswahl von UnterstützerInnen leichter fällt, wenn diese Ihr Themengebiet persönlich vorstellen und man z.B. im Rahmen der Coaching-Abende die Personen mit eigenen Fragen konfrontiert. So kann man auch als Gründer-Novize schneller erkennen, wo man Hilfe benötigt und bei wem man diese am besten bezieht. Heute sind wir mit vielen Start-ups und Dienstleistern vernetzt und wissen, wo wir uns bei Fragen melden müssen.

Hilfreich waren auch die Pitches im Businessplan-Wettbewerb. Durch die zeitliche Begrenzung auf drei Minuten lernt man, die Geschäftsidee auf das Wesentliche zu reduzieren. Das war ein gutes Training für alle folgenden Kunden- und Finanzierungsgespräche.

Ein großer Nutzen aus der Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb wurde uns erst später klar. Wir wollten uns bei der Universität Bonn für die Antragstellung eines EXIST Gründerstipendiums bewerben. Das Bewerbungsgespräch war nach wenigen Minuten beendet und zwar positiv. Die Auszeichnungen von NUK sind Gütesiegel, die nicht nur von Universität Bonn, sondern auch vom Projektträger Jülich bei der Bewertung unserer Antragsskizze für EXIST eine große Rolle spielten.

Ein ebenfalls überraschender Nutzen aus der Teilnahme bei NUK entstand durch einen Zeitungsartikel über den Wettbewerb im Kölner Stadt-Anzeiger. Kurz nach dem Erscheinen rief der Vertriebsleiter eines regionalen Logistikers an. Er gab zwar zu, nicht direkt aus dem Artikel verstanden zu haben, was wir machen, aber er war sich sicher, dass wir ihm bei seinem CRM-Datenproblem helfen könnten. Noch heute prägt das Feedback und die Anforderungen dieses Pilotkundens unsere technische Entwicklung. Soetwas wünschen wir jedem NUK Teilnehmer.

Derzeit befindet ihr euch in der Vorgründungsphase. Hattet ihr jemals Zweifel, ob ihr wirklich gründen wollt?

Nein, wirkliche Zweifel haben wir keine gehabt. Das ist sicherlich zum einen dem regelmäßigen externen Feedback geschuldet, welches immer wieder für Energieschübe sorgt. Weiterhin müssen wir ja nur schauen, was unser System bereits leistet und demnächst leisten wird. Das schafft viel Vertrauen in die Zukunft. Und letztlich hilft es, wenn man selbst ein gesundes Verhältnis zu Unsicherheiten und Unwägbarkeiten entwickelt. Man kann eben nicht alles wissen oder können. Hauptsache, man macht weiter und lernt dabei. Und wenn es Schwierigkeiten gibt, sind wir ja nie allein, sondern versuchen das im Team oder unserem Netzwerk an Unterstützern zu lösen.

Gab es auf eurem bisherigen  Weg zur Gründung Hürden, die ihr überwinden musstet und seht ihr noch Hürden auf euch zukommen?

Die Finanzierung für die erste Entwicklungsphase war nicht einfach zu finden. Mit Prof. Dr. Stefan Wrobel und Rüdiger Mull von der Universität Bonn fanden wir letztlich die besten Partner für das EXIST Gründerstipendium. Die Markenanmeldung sorgte ebenfalls für angespannte Nächte. Plötzlich tauchte eine entfernt ähnliche Firma aus England auf, die einen IP-Anwalt mit dem Aussehen von Kojak hatte. Das ging aber letztlich geräuschlos über die Bühne. Aber wir haben dazu gelernt und bei der GmbH-Gründung direkt den NUK-Sponsor Osborne Clarke beauftragt, um rechtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Auch die Klärung der Folgefinanzierung ist anspruchsvoll, da wir neben den Konditionen auch viel Wert auf passende Personen legen. Das führt uns zur nächsten Herausforderung, der Personalplanung. In den nächsten Monaten werden wir intensiver mit künftigen Mitarbeitern sprechen und uns überlegen müssen, wie wir diese optimal in unsere gründerorienterte Jungunternehmung einfügen. Keine Frage, es wird spannend bleiben. Aber das ist ja auch das Schöne am Gründerdasein.

Welche Empfehlung könnt ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Als Rheinländer im Herzen empfehlen wir ganz klar die Berücksichtigung des Rheinischen Grundgesetzes. Darin stecken viele kleine Wahrheiten, die einem die lebenspraktische Gelassenheit für das anstrengende Gründerleben mitgeben. Was dort nicht steht, aber auch wichtig ist: Der Weg entsteht beim Gehen.

Wenn ihr kurz beschreiben könntet – was macht Implisense?

Das Programm von Implisense kann zum Beispiel alle aktiven NUK-Start-ups darstellen.

Das Programm von Implisense kann zum Beispiel alle aktiven NUK-Start-ups darstellen.

Wir entwickeln eine Art Suchmaschine für das Finden und Binden von Geschäftskunden. Die Suchmaschine findet z.B. alle wirtschaftsaktiven NUK-Start-ups und zeigt, dass sich deren Existenz nicht allein auf das Rheinland beschränkt (siehe Abbildung). Die Nutzung der Suchmaschine ist für diejenigen interessant, die ihre Angebote an schwierig auffindbare Firmen oder in Branchen mit hoher Dynamik oder Intransparenz vermarkten wollen. Die höchste Nachfrage kommt daher nach jungen und wachsenden Firmen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien. Ansehen kann man das ausführlicher auf unserer Webseite www.implisense.com.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir haben als Mitarbeiter bei Fraunhofer eine Reihe von Entwicklungsprojekten im Bereich semantische Suche und CRM-Systeme umgesetzt und festgestellt, dass diese Dinge bislang nicht verbunden wurden. Warum sollte nicht eine Suchmaschine einige der im Vertrieb benötigten Daten im CRM-System automatisch pflegen? Daraus entstand die Geschäftsidee, die wir als Sales Intelligence vermarkten und dafür bereits weitere Auszeichnungen erhalten haben.


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