7. Oktober 2015

Erfolg wahrscheinlich machen: Wie aus dem „ME“ ein „WE“ wird

Was haben ein Hockeytrainer und ein Unternehmer gemeinsam? Beide haben ein klares Ziel vor Augen und müssen oft punktgenau liefern. Wie das gelingen und wie das Team auf dem Weg dahin einbezogen werden kann, hat DHB-Trainer André Henning auf dem Alumni-Club-Jahrestreffen eindrücklich gezeigt. 

André Henning spricht über Wege zum Erfolg

André Henning spricht über Wege zum Erfolg

Wie kann man in einer scheinbar aussichtslosen Situation trotzdem erfolgreich sein? Darüber sprach Hockeytrainer André Henning beim Alumni-Club-Jahrestreffen am 1. Oktober: Die Zahlen sprachen gegen die Mannschaft. In Deutschland gibt es 80.000 Hockeyspieler, in den Niederlanden sind es – obwohl es in dem Land deutlich weniger Einwohner gibt – 245.000. Die niederländische Nationalmannschaft war also Favorit, als es um die Olympia-Qualifikation der Damen-Nationalmannschaft ging. Doch als Mentaltrainer hat André Henning das Team mit zum Erfolg geführt. Mit welchen Strategien ihm das gelungen ist und was Unternehmer für ihre Erfolgsstrategie übernehmen können, verriet er beim Jahrestreffen des NUK-Alumni-Clubs am 1. Oktober in Köln.

Sein erster Tipp an die jungen Unternehmer: „Man muss sich immer wieder bewusst machen, warum man etwas macht.“ Für Gründer kann das bedeuten, dass sie mit ihrer Idee etwas verändern wollen, aber auch der monetäre Erfolg kann Motivator sein. Das gelinge am besten, so Henning, wenn man sein Team dafür motiviere – im Hockey die Mannschaft, im Unternehmen die Mitarbeiter. Wichtiger als gute Einzelkämpfer seien Teamplayer gewesen, erzählt Henning.

„Das ist auch eine Herausforderung, denn gerade junge Spieler wollen herausstechen – aber der Teamgedanke ist entscheidend.“ Deshalb habe er auch Leute in der Mannschaft gehabt, die bei Prozessen mitgewirkt und Entscheidungen mitgetragen haben. „Ich wollte keinen Alleingang, alles sollte vom Team mitgetragen werden“, erklärte er. Für Unternehmer bedeutet das, ihre Mitarbeiter nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, sondern sie in die Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse des Unternehmens einzubinden.

Erkenntnisse aus „Matrix“ nutzen 

Auf dem Weg zum Erfolg müsse man aber auch mit Rückschlägen rechnen. „Am besten kann man sie abwehren, wenn man auf das, was kommt, vorbereitet ist“, sagte Henning. Gerade dann müsse man „cool under fire“ sein erklärte er und zeigte eine Szene aus dem ersten Film der Matrix-Trilogie: Weil Filmheld Neo den Kugelhagel rechtzeitig kommen sieht, kann er sich vor dem Angriff schützen.

„Als wir vorne lagen und den Ausgleichstreffer bekamen, hab ich die Angst in den Augen der Spieler gesehen“, erzählte er. Dann habe er die Geste Neos nachgemacht: „Mit den Gedanken mussten die Mannschaft auf dem Platz sein.“ Deshalb dürfe man auch keine Nebenschauplätze zulassen – etwa wenn Schiedsrichter Fehlentscheidungen treffen. Auch das lässt sich auf Firmenchefs übertragen: Sie sollten sich rechtzeitig Gedanken machen, welche Rückschläge es auf dem Weg zum Ziel geben könnte und darauf vorbereitet sein, um darauf reagieren zu können. Gleichzeitig sollten sich Mitarbeiter auf das Wesentliche fokussieren – Aufgabe des Chef sei es, das zu ermöglichen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Beim Get-together diskutierten die jungen Unternehmer weiter miteinander

Beim Get-together diskutierten die jungen Unternehmer weiter miteinander

Dieser Aspekt beschäftigte die Unternehmer besonders, wie die anschließende Diskussion zeigte: Wie kann man Mitarbeiter nach einer Niederlage motivieren, wollte ein Zuhörer des Jahrestreffens wissen. Auch dafür hatte Henning – wie auch für die anderen Fragen – gute Antworten parat. So zeigte sich: Erfolge haben einen ähnlichen Ursprung, ob sie im Sport oder Unternehmertum stattfinden. Ein gutes Thema fürs anschließende Get-together.


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