9. November 2011

„Ey, haste mal ’ne Mio“: 15. NUK-Businessplan-Wettbewerb gestartet

Informativ und kurzweilig zugleich: das kann tatsächlich funktionieren!
Auftaktveranstaltungen des Businessplan-Wettbewerbs 2012 in Köln, Düsseldorf und Bonn

Wer hat nicht schon einmal mit großem Interesse Vorträge besucht, um spätestens nach 30 Minuten auf die Uhr zu schauen und sich zu fragen, ob er hier überhaupt richtig ist? Dann war er oder sie jedenfalls nicht bei den Kick-off-Veranstaltungen des NUK Existenzgründer-Wettbewerbs, die in Köln (8.11.2011), Düsseldorf (10.11.2011) und Bonn (15.11.2011) stattfanden. Allein in Köln trafen sich über 250 künftige Unternehmensgründer, die in einem komplett überfüllten KOMED-Saal im Kölner Mediapark eine kurzweilige und dennoch informative Vortragsreihe von NUK Mitgliedern, Sponsoren und ehemaligen Wettbewerbsteilnehmern verfolgen durften. „Die Zeiten sind vorbei, wo Gründer sich bei Kapitalgebern mit „Ey, haste mal ne Mio“ meldeten und das Geld für Unternehmensgründungen angeblich auf der Straße lag“. Mit diesen Worten schloss Verbandsgründer und Geschäftsführer Dr. Theo Lieven den offiziellen Teil der Kölner Veranstaltung. Beim anschließenden Get-together tauschten sich bereits bis zum späten Abend künftige Unternehmer rege untereinander und mit den Veranstaltern, Coachs und Ehemaligen aus. Eine offene Plattform will die NUK-Initiative sein, und das hat sie bereits hier bewiesen.

Was ist NUK überhaupt und wofür einen Wettbewerb?
NUK =  Netzwerk und Know-how = Wissenskapitalgeber = Neues Unternehmertum Rheinland e.V.

Aus unterschiedlichen Perspektiven wurden Antworten und Erläuterungen gegeben, die zusammengefasst so lauten: 1997 wurde die Gründer-Initiative gegründet. Ziel war von Anfang an, ein innovations- und gründerfreundliches Klima im Rheinland zu fördern – durch ein Expertennetzwerk, Know-how und Wissenskapital. Konkret werden die Gründer dabei unterstützt, ihre Geschäftsidee in ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell umzusetzen und erfolgreich am Markt zu etablieren. In drei Stufen werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 30.000 Euro vergeben und die besten Businesspläne prämiert. Beim letztjährigen Wettbewerb reichten rund 200 Teams, bestehend aus 357 Gründern aus der Region, ihre Konzepte ein. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bisheriges Fazit: mehr als 700 nachhaltige Unternehmen mit mehr als 4000 Arbeitsplätzen in der Region. NUK verfügt über Anlaufstellen in Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen. Bekannte Firmen, die aus dem NUK-Wettbewerb entstanden, sind unter anderem Sedo, Amaxa, True Fruits, Hemoteq und Ergobags. „Wir hoffen, dass wir im kommenden Wettbewerb wieder Geschäftsideen aus allen Branchen dabei haben und die Gründer mit Know-how und Kontakten versorgen können,“ erläutert NUK-Projektleiterin Vesna Domuz.

Die NUK-Initiative finanziert sich allein aus Sponsorengeldern. Heute stehen hinter NUK 30 renommierte Unternehmen der Privatwirtschaft und Institutionen sowie mehr als 200 ehrenamtliche Coachs und Gutachter aus Wirtschaft und Wissenschaft. Und das machen sie einfach so – unabhängig und selbstlos? Vesna Domuz: „Als Außenstehender möchte man es kaum glauben, aber ich kann euch versichern, da ist in der Tat eine Menge Idealismus dabei.“ Und sagen wir es einmal so: Wenn Sie ein Unternehmen gründen wollen, benötigen Sie fachmännische Unterstützung, sei es in Rechts-, Steuer- oder Marketingfragen. Und diese müssen Sie sich irgendwann einkaufen. Mehrfacher Firmengründer und Gast auf der Kölner Auftaktveranstaltung Mehmet Caner dazu: “Ich habe erleben müssen, auf die falschen Leute zu treffen. Ich brauche auch keinen Steuerberater, der nur verwaltet. Hier bei NUK habe ich meinen späteren Steuerberater und Anwalt getroffen, die ich dann erst einmal auf Herz und Nieren prüfen konnte. Die Chemie muss ja auch stimmen, und das merkt man nicht bei einem einzigen Termin.“ Die Banken, allen voran Bernd Nürnberger, Direktor der Kreissparkasse Köln und gleichzeitig langjähriger NUK-Sponsor sieht das so: „Jungunternehmer sind die Mittelständler von morgen. Und diese stellen 70 Prozent aller Arbeitsplätze.“ Als Wirtschaftsdezernentin der Stadt Köln hat Ute Berg bei den Unternehmensgründungen vor allem „die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Köln und der Region“ im Auge. In Abwandlung von Barack Obamas Worten über den kürzlich verstorbenen Gründer der Firma Apple, Steve Jobs, feuerte sie die aufmerksamen Zuhörer an: „Seien sie mutig, seien Sie kühn und verändern Sie mit Ihren Ideen die Welt.“

Und was macht einen guten Gründer aus?

Darin sind sich alle Vortragenden einig:  Die Gründungspersönlichkeit, passend zur Geschäftsidee, Risikobereitschaft und Mut, und nicht zuletzt die Orientierung am Erfolg. Ein gutes Produkt oder eine interessante Dienstleistung allein reichen nicht aus, um sich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren. Die jungen Unternehmer müssen lernen, ihre Geschäftsidee überzeugend vorzutragen. Bei den potentiellen Abnehmern ebenso wie bei der Suche nach Kapitalgebern. „Der Businessplan ist Herzstück und Visitenkarte auf dem Weg in die Selbständigkeit“, so Bernd Nürnberger. Als Direktor der Kreissparkasse Köln weiß er, wovon er spricht. Im weiteren Verlauf führte NUK-Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Gottwald diesen Gedanken noch näher aus. „Stellen Sie sich unter dem Businessplan kein starres Konzept vor. Wichtig ist die Strukturierung der Gedanken. Wer Bescheid weiß, kann zielgerecht auf nötige Veränderungen reagieren, sprich: unternehmerisch handeln.“ Um es kurz zu sagen: Talent und Fachwissen auf dem jeweils eigenen Gebiet ist das Eine, das nötige Drumherum und Handwerkszeug vermittelt der Businessplan-Wettbewerb.

Fit machen für die Gründung: Und wie funktioniert das?

Das war natürlich DIE Frage bei allen regionalen Veranstaltungen. Die NUK-Vertreter, insbesondere Projektleiterin Vesna Domuz kamen bis in den späten Abend hinein kaum hinterher, die zahlreichen Anfragen in einem persönlichen Gespräch zu beantworten. Das Wichtigste zuerst: Jeder kann mitmachen, indem er sich einfach auf der Website registriert. Und: Der Einstieg ist grundsätzlich zu jeder Zeit möglich. Zudem ist der Wettbewerb branchenunabhängig. Der 3-Stufen-Plan sieht folgende Zwischenschritte vor: Einreichen einer Produkt-Skizze, Erstellen eines groben Businessplans inklusive Marktbetrachtung und schließlich das Finanzierungskonzept. Dazwischen erhält jeder Teilnehmer ein entsprechendes Feedback in Form eines Gutachtens. Im Zeitraum von acht Monaten finden regelmäßige Fachvorträge zur Schließung von Wissenslücken statt, etwa zu Öffentlichkeitsarbeit, Recht, Steuern und Marketing. Ehemalige Teilnehmer am Gründungswettbewerb schwören ganz besonders auf die individuellen Coachings, die ihnen gleichermaßen Inspiration und kritisches Feedback einbrachten. Neu ist übrigens die derzeit täglich erweiterte Wissensdatenbank, auf die jeder Zugriff hat, der sich auf der Website registriert.

Ich bin nicht allein …

Entscheidend ist und bleibt aber: nicht der Wettbewerb im Sinne von Konkurrenz, sondern der Netzwerk-Gedanke steht im Vordergrund. Kontakte knüpfen, von dem Wissen und der Erfahrung etablierter Unternehmen zu profitieren. Der Weg von einer Geschäftsidee zur erfolgreichen Unternehmensgründung ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Da ist es gut, sich auch unter den Teilnehmern auszutauschen und zu merken: ich bin nicht allein.

… und werde auch nach dem Wettbewerb nicht alleine gelassen

Die Gründerinitiative wächst mit den Bedürfnissen ihrer Gründer. Stolz berichtet NUK-Vorstandsmitglied Dietrich Gottwald, „dass die Teilnehmerzahlen seit 15 Jahren stabil sind bzw. anwachsen – egal ob Wirtschaftskrise oder Hochkonjunktur. Nachholbedarf stellte sich zwischenzeitlich allerdings bei der Begleitung „Ehemaliger“ heraus, die sich nach dem Wettbewerb oftmals alleine gelassen fühlten.“ Darauf wurde und wird reagiert: Seit 2002 gibt es den NUK-Alumni-Club aus ehemaligen Wettbewerbsteilnehmern und heute etablierte Unternehmer, der mittlerweile „sehr viel Leben in die NUK-Arbeit bringt“. 2010 folgte dann das Mentoring-Programm und schließlich das Finanzierungsnetzwerk. Hier bringt NUK innovative Ideen und Kapitalgeber zusammen. Mit diesem 3-fach-Angebot ist NUK übrigens einzigartig unter den drei teilnehmerstärksten Gründerwettbewerben – neben München und Nürnberg – in Deutschland.

Und was sagen ehemalige Wettbewerbsteilnehmer und –preisträger dazu?

AeroDesign Works und seine Gründer Ulrich Siller und Dr. Georg Kröger belegten Platz 3 beim letzten NUK-Businessplan-Wettbewerb. Da war es eine besondere Freude für sie, ihren Erfahrungsbericht auf der Kölner Auftaktveranstaltung 2012 beizusteuern. Georg Kröger umreißt den Zuhörern kurz, worum es bei ihrer Geschäftsidee geht: „Ventilatoren, Turbinen oder Rotoren für Windkraftanlagen – eines haben sie gemeinsam: Der Großteil arbeitet nicht so energieeffizient wie sie es könnten. AeroDesignWorks hat die Lösung: Innovative Berechnungs- und Optimierungsverfahren, aus der Lehre der Strömungsphysik entlehnt, machen die Verwendung dieser Strömungsmaschinen energieeffizient und ressourcenschonend.“ Nun gut, wer mit Maschinenbau nichts am Hut hat, versteht immer noch nicht viel. Die Jury sagte dazu: Eine grandiose Leistung, die die Welt grüner werden lässt. Das fachlich hervorragend ausgebildete Gründerteam schafft es zudem, die Komplexität ihres Produkts im Businessplan für Jedermann verständlich zu beschreiben.“ Für die beiden Jungunternehmer fällt das Fazit ihrer Wettbewerbsteilnahme so aus:  „Durch die Teilnahme am NUK-Businessplan-Wettbewerb wurde unsere Aufmerksamkeit auch auf die Themen und Probleme im Gründungsprozess gelenkt, die wir nicht direkt im Blick hatten. Die große Erfahrung der Coachs brachte uns dabei in vielen Punkten weiter. Der Stufenaufbau des Wettbewerbs und das Leistungsangebot von NUK hat unsere Arbeit sehr gut strukturiert und gefördert. Für uns war Businessplan und Wettbewerb keine Arbeit on top, sondern existenzielle Grundlage. Als junger Unternehmer kann man auch das Preisgeld gut gebrauchen. Ein bisschen waren wir selbst überrascht, welchen Bekanntheitsgrad der NUK-Preis uns verschafft hat. Vielen Dank an das tolle Team von NUK!“

Zur Auftaktveranstaltung im Life Science Center Düsseldorf waren rund 50 Gründer erschienen, die dem kurzweiligen Vortrag über die Geschichte des 14jährigen NUK-Wettbewerbs, wieder amüsant durch das NUK-Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Gottwald (OMIKRON Systemhaus) vorgetragen, lauschten. Er erläuterte zudem nochmal die Bedeutung des Businessplans: „Dieser hilft dem Jungunternehmer, die Geschäftsidee zu strukturieren und gibt ihm ein Konzept an die Hand, welches dann flexibel an die sich stets ändernden Umstände anzupassen ist: Dies macht erfolgreiche Gründer aus.“ Oder wie es der schöne Aphorismus auf den Punkt bringt: Kein Businessplan überlebt den ersten Kundenkontakt!

Anschließend erläuterte Uwe Kerkmann, Amtsleiter Wirtschaftsförderung der Stadt Düsseldorf, wie sein Amt junge Unternehmer unterstützt: „Wir haben die Strukturen und die Unterstützung durch Wettbewerbe wie NUK – nutzen Sie sie, seien Sie mutig und wagen Sie was!“ Auf die Frage der NUK-Projektleiterin Vesna Domuz, was einen guten Gründer ausmacht, hatte er klare Antworten: „Dass er die Kraft und Energie aufbringt, seine Idee umzusetzen, Teamplayer ist und offen für Beratung.“ Des weiteren lobte und empfahl er als Vorbild die unternehmerische Risikobereitschaft und Dynamik  der Menschen anderer Nationen, beispielsweise in China, Indien und der Türkei. Die Gründer sollten sich frei machen von Bedenken und Ängsten.

NUK-Projektleiterin Vesna Domuz skizzierte dann den Ablauf und die Vorteile des Wettbewerbs. Sie konnte detailliert belegen, dass die vielen einzelnen Bausteine – von den kompetenten und erfahrenen Gründercoachs über die vielen kostenlose NUK-Angebote und das nützliche Netzwerk bis zur Nachbetreuung durch das 2010 eingeführte Mentoringprogramm – dazu führen, dass Gründer, die mit NUK-Unterstützung gründen, erfolgreicher als andere sind.

Zum Schluss berichtete Christiane Schüle von der FES Sensortechnik, 3. Platz beim NUK-Businessplanwettbewerb 2010/11, über ihre Erfahrungen als Gründerin und ihre Teilnahme bei mehreren Wettbewerben. Lebhaft schilderte sie ihre anfänglichen Zweifel und ihre spätere Freude, die sie in euphorische  Sätze fasste: „Bei NUK erhielt ich die meiste konkrete Hilfe, NUK ist Klasse,  wachsen Sie mit!“

Herzlichen Dank an die Sponsoren der drei Auftaktveranstaltungen zum 15. NUK-Businessplan-Wettbewerb: Kreissparkasse Köln, Stadt Bonn & Life Science Center Düsseldorf!


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