26. April 2016

Der Markenkern eines Unternehmens – oder auf der Suche nach dem „Warum?“

Der Weg zum Erfolg führt für Start-ups über eine starke Marke. Darum veranstaltet NUK einmal im Jahr das Forum Marketing. Dickjan Poppema von der Werbeagentur Grey ging am 14. April in Düsseldorf der Frage nach, was eine starke Marke ausmacht. NUK-Alumnus Nicolas Lecloux von true fruits zeigte, dass man dafür nicht einmal unbedingt viel Geld braucht.

Dickjan Poppema, Grey GermanyDie Welt ist im Umbruch – und davon profitieren Gründer. Mit dieser Feststellung war Dickjan Poppema von der Agentur Grey die Aufmerksamkeit der 156 Zuhörer im Palais Wittgenstein in Düsseldorf sicher. Als Beispiel nahm er die Autobranche: Während eine etablierte Marke wie VW ins Wanken gerät, hat die junge Marke Tesla Motors (2003 gegründet) 325.000 Vorbestellungen für ein Auto, das es noch gar nicht gibt – Rekord in der Branche.

Durch die vielen Umbrüche herrsche in der Gesellschaft Rat- und Orientierungslosigkeit, sagte der Keynote Speaker und fragte, was man dagegenhalten könne. „Ideen“ – war die Antwort. „Einige Ideen werden die Welt verändern. Und Sie als Gründer wollen die Welt verändern. Sie sind Motoren der Wirtschaft und der Gesellschaft und treiben sie an“, sagte Poppema. Dass dieser Weg nicht immer der einfachste und voller Herausforderungen ist, weiß er: „Deshalb habe ich größten Respekt vor allen Gründern hier.“

Geld alleine reicht als Ziel nicht

Erfolgreiche Start-ups, so Poppema, haben fast immer eines gemeinsam: Sie haben den Wunsch, eine starke Marke zu sein. „Auch wenn es abgedroschen klingt – Marken sind wie Leuchttürme und geben Halt“, betonte er. Damit ein Unternehmen sich über seine Marke definieren könne, müsse es den Kern seiner Marke kennen.

Bei seiner Arbeit erlebe er jedoch oft, dass viele Firmen keine Ahnung haben, warum sie tun, was sie tun. Davor warnte er das Publikum: „Das Gründergen haben Sie in sich. Sie müssen aber wissen, warum Sie genau das Business wollen. Die Definition des ‚why‘ ist aus Markensicht der wichtigste Antrieb für den zukünftigen Erfolg.“ Am Schluss seines Vortrags gab er den Gründern je fünf Ratschläge mit auf den Weg – aus Unternehmersicht, aus Markensicht und aus Kommunikationssicht.

Von der Theorie zur Praxis

Nicolas Lecloux, true fruits GmbHDanach übernahm Nic Lecloux von NUK-Alumnus true fruits das Mikrofon und veranschaulichte, dass Poppemas theoretischer Ansatz in der Praxis funktioniert. Ohne viel Geld hat das Start-up eine Marke etabliert, der allein auf Facebook fast eine halbe Million Menschen folgen. Das „why“ war für die drei Gründer keine Frage: Nach zahlreichen Lebensmittelskandalen wollten sie ein ehrliches Produkt auf den Markt bringen. Das steckt nicht nur im Markennamen, sondern auch in der Verpackung: eine Glasflasche mit Keramikaufdruck. Diese Überzeugung zahlt sich heute aus. Im vergangenen Jahr hat true fruits mit seinen Smoothies 30 Millionen Umsatz gemacht. „Bekanntheit ist käuflich. Das ist keine Kunst. Versucht Begehrlichkeiten zu schaffen“, empfahl Lecloux den Gründern.

Nach den beiden kurzweiligen Vorträgen hatten die Zuhörer erst im Auditorium und später beim Get-together die Gelegenheit, persönliche Fragen zu diskutieren und Anregungen zu erhalten. „Eigentlich habe ich durch mein Studium viel Ahnung vom Thema Marke – trotzdem konnte ich heute Abend noch viel lernen und hab Inspirationen bekommen für mein eigenes Start-up“, sagte eine Gründerin am Ende zufrieden.

 


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