25. August 2016

„Mit der Fusion erreichen wir schneller unser Ziel“   

Mit einer klaren Vision ist das Team von 11Spielmacher ins Unternehmertum gestartet: Sie wollen Hobbysportlern das Leben so leicht wie möglich machen. Auf eine erfolgreiche Teilnahme beim NUK-Businessplan-Wettbewerb 2015 folgte ein Exist-Stipendium und schließlich die Gründung. Im August fusionierte das junge Unternehmen mit der Eversports-Familie. Im Interview verraten die Gründer, was sie dazu motiviert hat.

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Was ist die Idee von 11Spielmacher?

Wir möchten Sportlern das Leben so einfach wie möglich zu machen. Da es in Deutschland gut zehn Millionen Hobbyfußballer gibt, war unser erstes Thema der Hallenfußball. Ein einfaches Treffen bedeutet für die Spieler oft viel Aufwand: Wer hat wann Zeit, ist zum Wunschtermin noch eine Halle frei und wie wird die Bezahlung geregelt? Wenn man sich mit zehn oder zwölf Leuten koordinieren muss, stößt ein Tool wie WhatsApp an seine Grenzen. Wir haben deshalb eine App entwickelt, die die Organisation vereinfacht hat. Unsere Kunden waren nicht nur Hobbysportler, sondern auch die Hallenbetreiber.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Kevin und Malte haben gemeinsam Fußball gespielt und waren meistens auch die Organisatoren. Wir haben erlebt, wie umständlich und nervig das sein kann und wollten dafür eine Lösung finden – so ist die Idee entstanden. Als die Gelegenheit gut war – der eine war mit dem Studium fertig, der andere kam gerade aus dem Ausland zurück – sind wir das Thema angegangen. Auf einer Internetplattform haben wir einen weiteren Mitgründer gesucht und Franz gefunden. Gemeinsam haben wir uns erfolgreich auf ein EXIST-Gründerstipendium beworben. In dieser Zeit sind wir auch zu NUK gekommen.

Was sind aus Eurer Sicht die Besonderheiten auf dem App-Markt?

Die Anschaffungskosten sind geringer als bei physischen Produkten. Wir mussten keine Maschinen oder Waren einkaufen. Herausforderungen sind sicherlich die riesige Konkurrenz und die schwierigere Kalkulation des Produkts. In Deutschland wächst zwar inzwischen die Bereitschaft, für Dinge im Internet zu bezahlen – aber im Vergleich zu den Niederlanden oder Skandinavien ist die Kultur konservativer. 

Gab es auch branchenunabhängige Herausforderungen?

Als Gründer steht man regelmäßig vor Aufgaben ohne zu wissen, wie man diese lösen soll. Man improvisiert und merkt erst später, dass es auch einfacher gegangen wäre. Die Lernkurve ist immens. Außerdem muss man viele Entscheidungen treffen – etwa die richtige Unternehmensform. Dazu gibt es 1000 Blogs, Fachbücher und auch Beratungsangebote. Am Ende stehen aber meistens mehrere Expertenmeinungen, die völlig unterschiedlich sind. Die finale Entscheidung nimmt einem aber niemand ab.

Hat Euch das Angebot von NUK geholfen?

Vor allem von den Coaching-Abenden haben wir viel mitgenommen. Die individuelle Beratung von kompetenten Coaches, deren Rat normalerweise viel Geld kosten würde, hat uns weitergebracht. Außerdem haben wir nach unseren Pitches auf den Prämierungsfeiern spannendes Feedback und Aufmerksamkeit für unser Projekt erhalten. Es gibt kaum Wertvolleres als von Leuten zu hören, was sie von der Idee halten. Wenn es keiner gut findet, aber auch wenn es keiner kritisiert, ist man als Gründer vermutlich auf dem Holzweg.

Offensichtlich wart Ihr das nicht. Immerhin habt 2015 erfolgreich am NUK-Businessplan-Wettbewerb teilgenommen. Wie ging es danach weiter?

Ein Meilenstein war das EXIST-Stipendium, das uns hochgerechnet über 100.000 Euro gebracht hat und so einer ersten Finanzierungsrunde gleich kam. Wir konnten auf dem Fundament aufbauen, das wir bei NUK erhalten haben. Der nächste große Schritt war die offizielle Gründung einer Kapitalgesellschaft, ein weiterer das erste eigene Büro. Bis dahin haben wir zu dritt in einem privaten Arbeitszimmer gesessen. Das letzte große Ereignis war die Fusion mit Eversports.de, einer Plattform, auf der man verschiedenste Sportangebote online buchen und bezahlen kann.

 

Wie ist es dazu gekommen?

Wir hatten viel damit zu tun, möglichst viele Sportstätten an Bord zu bekomKevin Merken 11S_Hanno Lipptisch Eversports-1men. Mit Eversports gab es aber ein Unternehmen, das bereits mit vielen Sportanlagen verbunden war, weshalb wir uns um eine technische Schnittstelle bemüht haben. Mit der anfänglichen Kooperation hatten wir auf einen Schlag hunderte neuer Anbieter im Angebot. Die Zusammenarbeit wurde dann immer intensiver. Eversports ist ebenfalls ein junges Start-up aus Österreich, deren Gründungsvision mit unserer fast identisch ist. Auch menschlich hat es gut gepasst und so ist Mitte dieses Jahres der Gedanke zur Fusion entstanden. Jetzt sind wir quasi die deutsche Tochterfirma. Weil wir mehr Mitarbeiter sind können wir jetzt in kürzerer Zeit viel mehr erreichen.

Fiel Euch die Entscheidung schwer?

Wir haben nicht gegründet, weil wir einen Exit oder eine Fusion angestrebt haben. Wir haben lange über diesen Schritt nachgedacht und uns schließlich dafür entschieden. Wir haben gegründet, weil wir Probleme lösen wollen – und das ging in dieser Konstellation schneller. Ausschlaggebend war aber sicherlich, dass wir dasselbe Ziel verfolgen. Und unabhängig vom Namen lebt unsere Idee weiter. Unsere Apps werden gerade als Eversports-App in App- und Play-Store eingestellt.

Eversports.de_App

Im Herbst beginnt die nächste Gründer-Akademie bei NUK. Welche Erfahrung könnt Ihr weitergeben?

Das wichtigste für junge Gründer ist, dass sie keine Angst haben, über ihr Vorhaben zu sprechen. Immer wieder haben Leute Angst, dass ihnen jemand die Idee klaut. Das wird aber nicht passieren. Stattdessen erhält man wertvolles Feedback.


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