15. November 2017

NUK ist die Grundschule für Gründer

NUK-Projektleiter 2016/ 2017 Martin Grothoff über sein Jahr bei NUK.

Martin, du hast in diesem Jahr als Projektleiter das 20-jährige Jubiläum von NUK mitgestaltet. Was war für dich das Besondere daran?

Die Arbeit von NUK liegt ja zum Großteil im Hier und Jetzt. Ich durfte in den vergangenen Monaten aber auch in der Mottenkiste kramen und die vergangenen 20 Jahre – von denen ich ja nur zwei aktiv miterlebt habe – Revue passieren lassen. Dabei bin ich nicht nur auf witzige Fotos gestoßen, sondern hatte auch viel Kontakt zu unseren Alumni. Es ist toll zu sehen, wie sich die Unternehmen – aber natürlich auch die Menschen – entwickelt haben, die vor wenigen Jahren noch vor den gleichen Herausforderungen standen, wie die Teilnehmer unserer aktuellen Gründer-Akademie. Unsere Alumni sind auch der beste Beweis dafür, dass sich die Arbeit von NUK lohnt.

Nach zwei Jahren verlässt du NUK. Was wird dir in besonderer Erinnerung bleiben?

Vor allem das riesige Netzwerk. Wenn ich mir überlege, wen ich allein in den letzten zwei Jahren kennengelernt habe – ganz verschiedene Menschen, die mit Herzblut für Gründer aktiv sind. Aber natürlich auch die Gründer selbst. Die Leidenschaft und den Arbeitseifer, den man bei ihnen erlebt, findet man nicht an vielen Arbeitsplätzen. Gleichzeitig gibt es bei allen Beteiligten eine große Offenheit, sich immer wieder auf neue Ideen einzustellen und neue Wege zu gehen. 

Die Gründerväter von NUK wollten den Unternehmergeist im Rheinland stärken. Heute sind Startups hip, NUK ist längst nicht mehr die einzige Anlaufstelle für Gründer. Warum braucht es die Initiative noch?

Wenn ich mir das Programm von NUK anschaue, sind wir damit doch nach wie vor einzigartig. Wir machen echte Basisarbeit. Ich sage ja gern, dass wir die Gründer-Grundschule sind. Wir vermitteln alle Inhalte, die angehende Unternehmer benötigen. Auch der Coaching-Abend, bei dem Gründer von Experten beraten werden, ist einzigartig. Außerdem sehen wir bei jedem Wettbewerb, wie wichtig die Arbeit von NUK ist: Am Anfang erleben wir viele Gründerteams, die mit sehr guten Ideen zu uns kommen – wir helfen ihnen, daraus Geschäftskonzepte zu machen. Dank unserer Sponsoren und der vielen ehrenamtlichen Experten, können wir das alles kostenlos anbieten. Denn jeder soll die Chance haben, erfolgreich zu gründen.

Auch wenn sich das Klima für Gründungen gebessert hat, gehen die Zahlen in Deutschland noch immer nicht in die Höhe, sind zum Teil sogar rückläufig. Woran liegt das?

Wer gründet braucht eine ordentliche Portion Mut – und auch Bereitschaft zum Verzicht. Gerade in der Anfangszeit ist die Arbeitsmenge in Startups enorm, Gründer müssen sich mit vielen verschiedenen Themen beschäftigen. Finanziell lohnt sich das zunächst kaum. Wer dagegen mit einem guten Abschluss von der Uni kommt, muss sich kaum Sorgen um eine gut bezahlte Arbeit machen. Das Gehalt kommt regelmäßig und Arbeits- und Urlaubszeiten sind geregelt. Und trotz des Trends sehe ich die Zahlen positiv. Denn man muss genau hinsehen: Zwar sinkt die absolute Zahl an Gründungen, aber die qualitativ hochwertigen Chancengründungen bleiben auch in Deutschland auf einem hohen Niveau. Das sind ja genau die Gründungen, die wir mit NUK fördern wollen.

Was spricht denn aus deiner Sicht für eine Gründung?

Wer ein Startup gründet, hat die großartige Möglichkeit, eine Idee zu einem Unternehmen auszubauen. Gründer können die Arbeitswelt gestalten und sind nicht von den Entscheidungen ihrer Chefs abhängig. Außerdem gibt es wohl wenige Arbeitsplätze, an denen man so viel und so vielseitig lernt wie bei der Gründung. Was mich persönlich begeistert: Gründer haben viel Spaß bei dem, was sie tun. Dass man damit auch erfolgreich sein kann, zeigen unsere Alumni. True fruits haben beispielsweise mit ihren Smoothies einen Jahresumsatz von 40 Millionen Euro, Fond of Bags ist inzwischen Marktführer mit ihren innovativen Schulrucksäcken. Solche Erfolge sind in einem Angestelltenverhältnis schwer vorstellbar.

Warum ist das Rheinland ein besonders guter Ort dafür?

Im Rheinland und auch in den angrenzenden Regionen wie dem Ruhrgebiet gibt es viele etablierte Unternehmen. Das ist für Startups ein idealer Nährboden. Auch leben hier 16 Millionen Menschen. Das sind nicht nur potentielle Kunden, sondern auch potentielle Mitarbeiter. Dank der vielen Hochschulen, gibt es im Rheinland gute und vielseitig ausgebildete Menschen. Auch ist das Gründungsklima – wie bereits angesprochen – hervorragend. Es gibt auch kaum einen Politiker, der sich das Thema nicht auf die Fahne geschrieben hat.

 Zum Schluss: Was wünscht du NUK?

Natürlich, dass die Initiative noch mindestens 20 weitere Jahre die Unternehmenslandschaft in der Region nachhaltig mitgehalten und viele innovative Ideen begleiten kann. Dem kleinen Team wünsche ich außerdem, dass es sich weiterhin erfolgreich seinen Herausforderungen stellt und weiterhin so viel Spaß bei der Arbeit hat.


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