20. Januar 2015

„Ich musste mein Umfeld überzeugen, dass ich nicht verrückt bin“

Mit MyBizUP hat Badr Moudden ein Unternehmen gegründet, das mittelständische B2B-Firmen unterstützt. Das Gründerklima in Deutschland erlebt er als ausbaufähig und schätzt deshalb umso mehr die Initiative von NUK, die er bis heute ehrenamtlich unterstützt.

Badr Moudden (links) engagiert sich heute als Mentor für NUK

Badr Moudden (links) engagiert sich heute als Mentor für NUK

Was macht MyBizUP Consulting?

Wir sind eine Unternehmensberatung und unterstützen mittelständische B2B-Unternehmen, schnelles, nachhaltiges und vor allem profitables Wachstum zu generieren. Das gelingt uns durch die effiziente und effektive Aktivierung von drei Hebeln: Ein guter Vertrieb und gutes Marketing generieren mehr Umsatz und gesundes Wachstum; auch der richtige Einkauf bietet die Möglichkeit, profitabel zu sein.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Ich bin Ingenieur und habe 20 Jahre für Unternehmen im Vertrieb und im Marketing gearbeitet. Mich störte aber die Unternehmenskultur – es wurde schlimmer, je weiter ich aufgestiegen bin. Deshalb wollte ich mich selbstständig machen. Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt schon intensiv mit den Wachstumsmöglichkeiten eines Unternehmens beschäftigt. Eine Möglichkeit ist, innovativ zu sein – aber das kann Jahre dauern und man weiß vorher nicht, ob es sich rechnet. Dann können Firmen zugekauft werden. Das ist aber komplex und kann schief gehen. Ich sehe in verbesserten Vertriebsstrategien und deren Umsetzung eine gute Wachstumsmöglichkeit. Darin habe ich einen großen Bedarf gesehen und meine Geschäftsidee darauf aufgebaut.

Wie haben Sie die Gründung finanziert?

Ich verkaufe meinen Kopf und mein Mitdenken. Darum brauchte ich anfangs keine großen Investitionsgüter und habe eigene Mittel verwendet.

Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich stellen mussten?

Bevor ich gegründet habe, habe ich gutes Geld verdient und hatte viele Annehmlichkeiten. Die größte Herausforderung war, mein Umfeld davon zu überzeugen, dass ich nicht verrückt bin, als ich das alles aufgegeben habe – zumal ich zum Zeitpunkt der Krise gekündigt habe.

Würden Sie rückblickend etwas anders machen?

Nein. Schwierigkeiten gehören unbedingt dazu. Vom Reifungsprozess, den man dabei durchläuft, kann ein Unternehmer nur profitieren.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Ich will weiter wachsen, indem ich Partner national und international akquiriere. Ähnlich wie in einem Franchise können sie meine Corporate Identity, Tools und Methoden nutzen – dafür bin ich an ihrem jährlichen Umsatz beteiligt.

Haben Sie unternehmerische Vorbilder?

Nein, ich bin Autodidakt. Aber ich finde Leute toll, die erfolgreich sind.

Sie haben 2010 beim NUK-Businessplan-Wettbewerb teilgenommen. Wie haben Sie vor, während und nach der Gründung von NUK profitiert?

Ich brauchte meinen Businessplan nicht für Financiers, sondern habe ihn allein für mich geschrieben, um sicherzustellen, dass meine Gründungsidee solide ist. Der Wettbewerb bietet den perfekten zeitlichen und strukturellen Rahmen, um ein Geschäftskonzept auszuarbeiten. Das Feedback von Gutachtern bringt einen immer weiter – ob es einem gefällt oder nicht. Außerdem habe ich die Coaching- und Vortragsabende besucht. Die sind wichtig, um in den Bereichen weiterzukommen, die nicht zu den eigenen Schwerpunkten gehören.

Inzwischen sind sie als Coach und Mentor bei NUK aktiv. Warum sind Sie der Initiative treu geblieben?

Ich habe Glück, weil mein Geschäft gut läuft und fühle mich privilegiert. Deshalb will ich etwas zurückgeben. Es macht mir zudem Spaß, mich in Geschäftsideen einzudenken und dabei zu helfen, sie weiterzuentwickeln.

Erleben Sie Deutschland als gründerfreundliches Land?

Nein – und es wird eher schlechter als besser. Die vergangene Regierung hat falsche Entscheidungen getroffen – etwa indem sie den Gründungszuschuss für Arbeitslose erschwert hat. Von der Politik kommen nun vor allem Lippenbekenntnisse, dabei sind Start-ups der Mittelstand von morgen. Initiativen wie NUK sind deshalb wichtig.

Was können sie den neuen Wettbewerbsteilnehmern mit auf den Weg geben?

Wenn Sie beim NUK-Businessplan-Wettbewerb mitmachen, haben sie schon vieles richtig gemacht. So viel Expertise und Feedback – und das auch noch kostenlos – gibt es in dieser Form nirgendwo. Ein Businessplan ist unbedingt notwendig, um Geld von Investoren zu bekommen – aber auch für einen selbst. Die Qualität des Businessplans, den man bei NUK erstellt, ist sehr hochwertig.


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