17. Oktober 2013

„Laminat ist die Lösung aller Probleme“

Ein erfolgreicher Gründer hat sein Talent für innovative Ideen bereits bewiesen. Doch aus dem kreativen Kopf kann schnell ein Manager werden, der vor allem administrative Aufgaben erledigen muss. Wie schafft man es, dass kreative Prozesse im Alltag von Unternehmen stattfinden? Darüber wurde beim NUK-Alumni-Club-Jahrestreffen diskutiert. 

Ralf Zilligen sprach über Kreativtechniken für Unternehmer.

Ralf Zilligen sprach über Kreativtechniken für Unternehmer.

„Die meisten von Ihnen sind keine Gründer mehr, sondern erfolgreich Unternehmer“, sagte Rouven Siegemund von NUK-Alumni-Sponsor Osborne Clarke zur Begrüßung des Alumni-Club-Jahrestreffens im Plenarsaal der Kölner Bezirksregierung. Deshalb sei den meisten vielleicht allzu vertraut, dass nach der Gründung der Fokus auf administrativen Aufgaben läge. Zeit für neue Ideen blieben auf der Strecke – dabei könnten sie wichtiger Motor für ein Unternehmen sein, sagte Siegemund und führte damit in das Thema des Abends ein.

Was mit einem Konzern passiere, dem die Innovation abhanden geht, könne man am Beispiel von Apple sehen, sagte Referent Ralf Zilligen (Creative Director und Geschäftsführer der Kölner Agenturgruppe B+D). Während Steve Jobs wie beiläufig neue Produkte präsentierte, habe das Unternehmen unter Tim Cook seine Magie verloren. „Etwas Schlimmeres kann einem Konzern wie Apple nicht passieren“, so Zilligen.

Das sei nicht nur ein Problem großer Konzerne. „Die Frage ist, wie man neben allen Sachzwängen Platz schaffen kann für Ideen, wie man auch als Unternehmer Inkubator bleiben kann“, brachte Zilligen den Konflikt auf den Punkt. Als Lösungshilfe präsentierte er den rund 80 Zuhörern im Plenarsaal 14 Kreativtechniken. Pointiert, kurzweilig und mit passgenauen Beispielen präsentierte er diese als Anregungen für den Alltag eines Unternehmens.

„Die besten Ideen entstehen aus ungewöhnlichen Zusammenhängen“

Beinahe trivial und doch viel zu oft vergessen war dann auch sein erster Ratschlag: „Wer kreativ sein will, muss dafür die richtige Atmosphäre schaffen.“ Zu große Teams würden beispielsweise die Kreativität hemmen. Sinnvoller sei es, die Mitarbeiter in kleinere Gruppen von drei bis fünf Leute aufzuteilen. „Das ist optimal. Dann können sie gleich einen Wettbewerb starten. Die Gruppe mit den meisten Ideen bekommt einen Bonus.“

Diskussion

Nach dem Vortrag wurde rege diskutiert.

Doch was ist, wenn trotz der optimalen Umgebung keine Einfälle kommen? Auch für den kreativen Gedankenprozess hat Zilligen eine Empfehlung: kreuz und quer denken. „Denken Sie an Laminat. Laminat ist die Lösung aller Probleme.“ Denn wer an Laminat denke, sei mit seinen Gedanken vermutlich weit weg vom eigentlichen Problem. „Es gibt keinen direkten Zusammenhang mehr – und die besten Ideen entstehen aus ungewöhnlichen, neuen Zusammenhängen“, erklärte Zilligen.

Nach dem Vortrag diskutierten Zuhörer und Referent wie gut sich die Kreativtechniken im Alltag umsetzen lassen. Zilligen riet, nicht vor einer frühzeitigen und klaren Aufgabenteilung zurückzuschrecken und die Unternehmensspitze in einen innovativen und einen administrativen Part zu teilen. Es gebe aber auch schlechte Zeitpunkte für kreative Phasen, sagte Zilligen. So müsse man gerade in Wachstumsphasen vorsichtig sein. Zu viele neue Ideen könnten ein Unternehmen in dieser Zeit gefährden.

Die rege Diskussion fand auch beim anschließenden Get-together kein Ende. Unternehmer und Investoren befolgten dabei einen weiteren Rat Zilligens: „Stellen Sie inspirierte Fragen!“


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