6. Juni 2014

Mit einem Accelerator auf die Überholspur.

Stephan Jacquemot PräsentationGründungsengagement liegt 2014 auch deutschlandweit im Trend. Sichtbar wird das besonders an der schnell wachsenden Anzahl an neu eröffneten Inkubatoren und Acceleratoren. So hat auch Microsoft seine Aktivitäten verstärkt und in Berlin den MicrosoftVentures Accelerator gegründet. Im NUK-Forum „Mit einem Accelerator auf die Überholspur.“ sprach Stephan Jacquemot, Principal bei Microsoft Ventures am 23. Mai im Kölner Microsoft Büro über die Motive des Engagements und stellte das MicrosoftProgramm vor. Er wurde begleitet von dem Team AttachingIT, das von seinen Erfahrungen aus der ersten Runde des Programms berichtete. Das Startup aus den Niederlanden nahm die Anwesenden mit auf Ihre vier-monatige Reise im Accelerator. 

Team AttachingiTWas für ein Aufwand. Für einen 5-Minuten-Pitch fährt man sieben Stunden von Groningen nach Berlin. Die Auswahl-Jury zeigt keine besonderen Reaktionen, keine langen Begrüßungsfloskeln. Ganz im Gegenteil. Durch provokante Fragen versuchen sie das Team aus seiner Komfortzone zu holen. Auf dem Rückweg nach Groningen, unterwegs auf der Autobahn, ist man sich zumindest einig: „Eine witzige und interessante Erfahrung“. Plötzlich klingelt das Telefon und eine Stimme sagt: „Ihr habt es geschafft, Ihr seid dabei!“

Für AttachtinIT beginnt ihre Erfolgsgeschichte im Microsoft Accelerator auf der Rückfahrt von Berlin nach Groningen. Als der Anruf von Stephan Jacquemot kam, mussten die Gründer auf der Autobahn die nächste Haltemöglichkeit suchen um Ihrer Freude richtig Ausdruck verleihen zu können.

Zuhörer Forum MicrosoftDas dies ihre Chance ist, war den drei Jungs sofort klar. Viel Zeit blieb nicht: schon eine Woche später sollten Sie in den Microsoft-Accelerator in Berlin einziehen. AttachingIT gehört zu den ersten neun Teams, die ab dem 11. November 2013 die erste Runde des vier-monatigen Förderprogramms durchlaufen durften. Sie waren mit 360 Bewerbern gestartet.

Die Grundidee von AttachingIT entwickelte sich aus einem privaten Dilemma heraus. Der Versand von großen Dateien war ihnen entweder zu teuer oder zu kompliziert und zudem nicht sicher genug. Diese Probleme adressierend entwickelten Sie, ausschließlich zum privaten Gebrauch, eine Plattform zum einfachen und sicheren Datenaustausch. Und siehe da, ganz unerwartet hatte diese Plattform innerhalb kürzester Zeit 10.000 Nutzer erreicht. Auch im B2B-Bereich wurden die ersten Firmen auf diese Anwendung aufmerksam. Als Mitglied im Microsoft-Bizsparks-Programm, welches ihnen die Infrastruktur zur Verfügung stellte, arbeiteten sie konstant an ihrem Produkt. Spätestens jedoch als die ersten Beschwerden von Nutzern kamen (bei einer Plattform, die nicht auf diese Massen ausgerichtet war und darüber hinaus noch gratis) waren Roham, Tim und Bert klar, jetzt muss sich was verändern und sie bewarben sich um einen Platz im Accelerator.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWas mit dem Einzug in den Accelerator begann, hatten sich die laut eigener Aussage nicht träumen lassen. Drei Mentoren wurden ihnen an die Seite gestellt, die sie und ihr Produkt immer wieder in Frage stellten und zu neuen Höchstleistungen beflügelten. Die wichtigste Weiche wurde direkt am Anfang gestellt: Das Ergebnis einer Kundenumfrage führte dazu, dass sie ihr Geschäftsmodell komplett umgeworfen haben. Aus einem Consumer-Produkt wurde ein B2B-Produkt, das in Outlook integriert werden kann und den verschlüsselten Versand von großen Datenmengen ermöglicht, ohne den Workflow der Nutzer zu beeinflussen.

Nach vier Monaten im Microsoft Accelerator kennt das AttachingIT-Team zwar kaum etwas von Berlin. Dafür haben Sie ein fertiges Produkt, ein skalierbares Geschäftsmodell und über das Microsoft-Netzwerk Kontakt zu großen Firmen wie T-Systems erhalten und der Vertrieb ist angelaufen. „Wir haben in vier Monaten das geschafft, wozu wir normalerweise mindestens ein Jahr gebraucht hätten. In der Phase, in der wir stecken, redet man normalerweise noch nicht mit Globalplayern.“ fasste Tim Velthuis die Vorteile des Accelerator-Programms zusammen.

Durch die weltweit aufgebauten bzw. im Aufbau befindlichen Accelerator fördert Microsoft daher einerseits Innovation, erhält aber auch direkten Zugang zu den Trends von Morgen. Durch die Zusammenarbeit mit den Startups lernt Microsoft die Szene besser zu verstehen. Wichtig ist aber auch das permanente Feedback zu den eigenen Produkten.

Die Gäste des NUK-Forums bekamen noch viele Tipps für Ihre eigene Gründung und Einsichten zum weltweiten Gründergeschehen. Stephan Jacquemot rief dazu auf, sich nicht von realen Grenzen die Märkte bestimmen zu lassen: “ Deutschland muss internationaler denken. Der Fokus auf den deutschen Markt ist manchmal zu eng.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERAInspiriert von soviel Gründergeist ging es anschließend bei Kaffee- und Kuchen mit intensivem Austausch bis zum frühen Abend weiter.

Zum Microsoft Accelerator Programm:

Derzeit läuft die Bewerbungsphase für die zweite Runde des Accelerator-Programms. Wer Interesse hat, kann sich noch bis zum 22. Juni direkt bewerben. https://www.microsoftventures.com/accelerators/berlin.aspx

Microsoft fördert Startups auch mit kostenloser Software und Cloud Services über das BizSpark Programm. Informationen zu BizSpark gibt es unter: www.bizspark.com

Mehr über das Team AttachingIT: https://attaching.it/

Wir danken Microsoft für die freundliche Unterstützung.

 

 


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