4. Mai 2011

Mit Erfindungen am Markt ankommen – NUK-Forum „Innovationsmanagement“

Wie lassen sich Innovationen forcieren? Wie bleibt man als Unternehmer innovativ? Was versteht man eigentlich unter einer Innovation? Beim NUK-Forum am 18. Mai 2011 in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Bonn versuchten drei Wissenskapitalgeber den 110 Gästen Antworten auf diese Fragen zu vermitteln. Denn wie immer bei den Netzwerkveranstaltungen von NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. standen auch im Bonner Forschungszentrum caesar Experten-Know-how für Gründer und Jungunternehmer auf dem Programm – neue Businesskontakte konnte man dann beim an die Vorträge anschließenden, traditionellen Networking finden.

Zu Beginn machte sich Michael Kleinhenz Gedanken über „Die Märkte der Anderen – wie IT-Innovationen die Welt verändern“. Die Überlegenheit des Anpassungsfähigen sei das Konzept der Evolution, so der Softwarearchitekt bei der Bonner tarent GmbH. Davon ausgehend untersuchte Kleinhenz, zugleich Gründungsmitglied des LinuxTag e.V., zunächst die Faktoren, weshalb sich im Informationszeitalter manche Innovationen eher durchsetzen als andere: Dazu gehörten Kompatibilität, Komplexität, Ausprobierbarkeit, Beobachtbarkeit und Beständigkeit. Das Modell vom geistigen Eigentum habe zugunsten der Wissensallmende weitgehend ausgedient, deshalb forderte Kleinhenz: „Proprietäre Unternehmen müssen lernen zu kooperieren.“  Wie das aussehen kann, zeigte er am Beispiel von OpenStreetMap. Für das Projekt, das eine freie Weltkarte erschaffen will, stelle z.B. Microsoft Luftaufnahmen von Bing Maps zur Verfügung. Der Diplom-Technoinformatiker ist der Meinung, dass man nur mit einer Open Business-Strategie am Markt bestehen könne. Dazu gehöre es, kundenfokussiert, offen und kooperativ, kommunikativ und innovativ zu sein.

„Eine Innovation ist eine Erfindung, die am Markt angekommen ist.“ Auf diese Formel brachte Dr. Rolf-Christian Wentz das Leitthema des Abends. Folgerichtig gab der selbstständige Unternehmensberater, Coach und Business Angel acht Tipps zur erfolgreichen Markteinführung: „Optimieren Sie Ihr Verkaufskonzept“, „Treten Sie frühzeitig in regelmäßigen Kontakt zu künftigen Kunden“, „Stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt hält, was es verspricht“ lauteten einige der mit vielen Praxisbeispielen unterfütterten Ratschläge. Auch machte er Mut sich persönlich an die Vertriebsfront zu wagen: „Nach meiner Erfahrung sind Jungunternehmer meist auch talentierte Verkäufer, denn sie kennen ihr Produkt gut. Das verleiht Seriosität und Überzeugungskraft.“
Als ehemaliger Dozent für Innovationsmanagement und Autor von „Die Innovationsmaschine“ weiß Wentz auch, wie man ein serieller Innovator wird: „Fail fast, fail cheap!“ Im Rahmen eines definierten Innovationsprozesses müsse man schnell erkennen, was schlechte Ideen sind. Auch riet er den Gründern und Junggunternehmern im Publikum, eine Unternehmensvision zu formulieren und eine Innovationskultur zu schaffen, die von allen Mitarbeitern mitgetragen werde. Mit der Warnung vor „Betriebsblindheit“ beendete Wentz seinen Vortrag.

Prof. Dr. Alexander Pohl von der HW Partners AG lieferte abschließend einen Unternehmerbericht zum Thema. Das auf Investitionen in die Sektoren IT/Technologie und Life Sciences spezialisierte Beteiligungsunternehmen setzt sich aus Partnern und Vorständen zusammen, die auf eine langjährige Erfahrung als Gründer, Unternehmer und Vorstand der GWI AG zurückblicken. Der führende Hersteller von Krankenhaussoftware war ein bedeutendes deutsches Technologieunternehmen, das Anfang 2005 für 350 Mio. Euro an die Agfa-Gevaert AG übertragen wurde.

Die Handlungsmaxime des Marketingexperten Pohl lautet: „Innovationswille heißt nicht sich etwas auszudenken, aus purer Intuition ein Unternehmen zu gründen. Vielmehr muss man in unternehmerischen Kategorien denken. Arbeiten Sie permanent am Geschäftsmodell! Ich plädiere dafür einen Businessplan zu haben. Ohne ist es noch schwieriger!“ Pohl zufolge sollten Innovationen einen Kundennutzen und Nachfrage erzeugen, Märkte nachhaltig erobern und wirtschaftlich sein. Wie man das erreicht? Indem man sich an langfristigen Megatrends orientiere und diese v.a. auch früh ausmache, und indem man sich konsequent am Kundennutzen ausrichte.
HW Partners macht das mit seinem Portfolio-Unternehmen Scopevisio AG derzeit erfolgreich vor, bei dem Pohl ebenfalls Vorstandsmitglied ist: Die Unternehmenssoftwarefirma habe den Megatrend Cloud Computing und Software as a Service (SaaS) als eine der ersten erkannt und könne bereits auf 3.000 Anmeldungen im System verweisen, ebenso auf die Auszeichnung als „ERP-System des Jahres“ 2010. Pohls Gründer-Geleitwort: „Seien Sie innovativ und intuitiv, aber auch analytisch im Handeln und bleiben Sie nah am Kunden!“

Eingangs hatte Dr. Ulrich Ziegenhagen, stellvertretender Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Bonn, das hohe Innovationspotenzial  seiner Stadt  und ihrer Umgebung hervorgehoben:  Rund 200 wissenschaftliche Einrichtungen und hochqualifizierte Beschäftigte, von denen jeder fünfte Akademiker sei, ließen die Bundesstadt v.a. auf Gründungen im Bereich wissensintensive Dienstleistungen setzen. Zwei Projekte lägen Ziegenhagen deshalb besonders am Herzen: die Existenzgründungsinitiative BonnProfits und das dazugehörige neue Gründungszentrum, das seit Januar 2011 preiswerte Büroflächen in guter Lage und mit guter Ausstattung für Jungunternehmen bis fünf Jahre anbietet. Ziegenhagen zum konzeptionellen Ansatz seines Amtes: „Wenn Sie Ihr persönliches Innovationspotenzial an unser Netzwerk koppeln, zu dem u.a. auch NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. gehört, dann entstehen Gründungen.“


Wir danken der Wirtschaftsförderunge Bonn und dem Forschungszentrum caesar für die freundliche Unterstützung des Abends!

 

Die Präsentationen der drei Referenten des NUK-Forums „Innovationsmanagement“ am 18. Mai 2011 in Bonn finden registrierte Nutzer in unserem Download-Bereich unter „Wissenskapital“. Hier stehen sie kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung, i.d.R. bis zum Beginn des jeweils nächsten NUK-Businessplan-Wettbewerbs.

Die NUK-Foren dienen einerseits der Inspiration und Wissensvermittlung, andererseits sind sie neben den Auftakt-, Prämierungs- und Alumni-Club-Veranstaltungen weitere Networking-Plattformen im Angebot unseres Verbandes: Hier begegnen Gründer und Jungunternehmer aus der gesamten Region Gleichgesinnten u.a. aus renommierten rheinischen Unternehmen und Institutionen.
Die großen Netzwerktreffen haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte – im aktuellen NUK-Jahr gab es neben dem Forum „Innovation“ bereits NUK-Foren zu den Themen
„Digitales Marketing“, „Gründerpersönlichkeit“ und „Risikoschutz


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