25. Februar 2014

„Nachhaltige Stellen zu schaffen, ist das Schönste an dem Job“

Die Gründer von Next Kraftwerke träumten von einem Stromnetz, dass sich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien speist. Heute tragen sie mit ihrem Unternehmen dazu bei, dass Deutschland diesem Ziel langsam näher kommt. Im Interview erzählt  Hendrik Sämisch, wie es dazu kam.

Hendrik Sämisch von Next Kraftwerke

Hendrik Sämisch von Next Kraftwerke

Was verbirgt sich hinter Next Kraftwerke?

Next Kraftwerke handelt mit Strom aus erneuerbaren Energien und steuert dezentrale Stromerzeugungsanlagen. Wir sind zum Beispiel der Marktzugang für Bauern mit Windkraft- oder Biogasanlagen. Wir übernehmen die Prognose, die Prognoseverantwortung und den Stromabsatz an der Börse. Außerdem können wir die Anlagen steuern, wenn es Schwierigkeiten im Stromnetz gibt. Das Netz muss in jeder Sekunde ausgeglichen sein. Das bedeutet: Es muss immer genauso viel Strom eingespeist wie entnommen werden. Wir helfen, diese Schwankungen auszugleichen.

Wie kommt man auf so eine Idee?

Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass es eines Tages möglich ist, Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien zu gewinnen. An der Uni Köln haben wir an kurzfristigen Strommärkten geforscht. Da haben wir gesehen, dass sich mit der Veränderung des Marktes neue Chancen ergeben werden.

Habt ihr vorher schon darüber nachgedacht, Unternehmer zu werden?

Wir waren nicht direkt auf der Suche nach einer guten Geschäftsidee. Aber wir haben eine gute Möglichkeit gesehen, die so vielleicht nicht mehr wiedergekommen wäre. Damals waren wir weitestgehend unabhängig und frei. Der Zeitpunkt war für uns ideal und der Markt war da, also sind wir den Schritt gegangen.

Wie erlebt ihr heute die Rolle des Unternehmers?

Wir haben heute 60 festangestellte Mitarbeiter. Das ist sicher eine große Verantwortung. Man muss wissen, dass man den Menschen eine langfristige Perspektive bieten kann. Aber es ist auch das schönste an einem Job, wenn man nachhaltige Stellen schafft, die Mitarbeiter Spaß haben und die Arbeit am Ende auch noch profitabel ist.

Wie seid ihr zu NUK gekommen?

Als wir unsere Geschäftsidee hatten, haben wir angefangen einen Businessplan zu schreiben. Dazu haben wir die Vorlage von NUK genutzt. Wir haben alles durchgerechnet und Stärken- und Schwächen-Analysen durchgeführt. Außerdem sind wir zum Coaching-Abend von NUK gegangen. Darüber sind wir dann auch – relativ spät – in den Wettbewerb eingestiegen.

Wie ging es dann weiter?

Auf den Wettbewerb folgten das Exist-Gründerstipendium und eine Förderung durch den High-Tech Gründerfonds. Wir haben uns 1,5 Jahre um die Finanzierung gekümmert und unsere Technologie zur Marktreife entwickelt. Das war eine spannende und turbulente Zeit. Der Markteintritt danach hat sehr gut funktioniert. Wir hatten viele Weichen richtig gestellt, die richtigen Partner mit ins Boot geholt und an entscheidenden Stellen auch etwas Glück. Auch NUK hat uns geholfen. Der Wettbewerb als solcher, aber auch das Netzwerk auf den Veranstaltungen. Sicher sind dort viele Menschen, die als Partner nicht passen. Aber wenn jeder für sich die zwei bis drei wichtigen Kontakte identifiziert, ist viel gewonnen. Eine Beraterin, die uns bis heute unterstützt, haben wir über den Businessplan-Wettbewerb kennengelernt.

Was erhofft ihr euch für die Zukunft?

Wir wünschen uns natürlich, dass das politische Umfeld stabil für die Integration der erneuerbaren Energien bleibt. Wir sehen, dass es viel Veränderung in der Branche gibt und hoffen, dass wir unseren Beitrag leisten können, dass erneuerbare Energien weiter in die Märkte integriert werden können und die Energiewirtschaft so umgekrempelt werden kann. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass unser Strommarkt eines Tages zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist wird.


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