30. Juni 2017

„Neue Ideen gebären neue Chancen“ Prämierungsfeier 20. NUK-Businessplan-Wettbewerb

Ein unkomplizierter Diabetes-Coach, das Superfood der Superfoods und Car-Sharing fürs Land: Bei der Abschlussfeier des 20. NUK-Businessplan-Wettbewerbs überzeugten rheinische Gründer mit kurzweiligen Pitches, innovativen Ideen und starken Persönlichkeiten. Am 21. Juni kürte NUK in der festlichen Wolkenburg die Gewinner und feierten großes Jubiläum.

Wolgang Bosbach bei seiner Laudatio zu 20 Jahre NUK.

„Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd“ – die Aussage, die Wolfgang Bosbach zitierte, ist alt: Sie stammt von Kaiser Wilhelm II. Doch der Geist, der dahinterstehe, sei in Deutschland immer noch weit verbreitet. Das sagte der CDU-Politiker bei der 20. Abschlussfeier des NUK-Businessplan-Wettbewerbs. „Neue Ideen gebären neue Chancen – aber auch neue Skepsis.“ Und er fügte hinzu: „Optimismus liegt uns Deutschen nicht im Blut. Wer sich aber selbstständig macht, muss optimistisch sein.“ Darum sei es gut, dass NUK seit 20 Jahren Gründerinnen und Gründern zur Seite steht und sie auf dem Weg zum eigenen Unternehmen begleitet, sagte der Festredner zum 20-jährigen Jubiläum in der Kölner Wolkenburg.

Dass NUK so eine Erfolgsgeschichte der Startup-Förderung im Rheinland werden würde, hatten die Gründerväter selbst nicht erwartet. „Das konnten wir uns damals nicht vorstellen. Und was für tolle Teams auf der Bühne stehen.“ sagte Gründungsvater Joachim Hausen. Dass es sie nun schon so viel länger gibt, ist nicht nur für die rheinischen Gründer, sondern auch für die regionale Wirtschaft ein Erfolg: Mehr als 1.300 nachhaltig erfolgreiche Unternehmen hat NUK in den letzten zwei Jahrzehnten begleitet, so entstanden über 9.000 neue Arbeitsplätze im Rheinland.

„NUK hat unser Leben geprägt“

Zwei der Unternehmen sind true fruits GmbH aus Bonn und Hafervoll GmbH aus Köln – 2006 haben die Smoothie-Hersteller, 2013 die Haferriegel-Produzenten an der Gründer-Akademie teilgenommen. NUK-Projektleiter Martin Grothoff blickte gemeinsam mit Inga Koster und Robert Kronekker auf ihre ganz eigenen Geschichten zurück. So erzählte true-fruits-Gründerin Koster: „Die ganze Gründerzeit war besonders. Wir haben wenig geschlafen, sind ständig mit der Schrottkarre liegen geblieben, mit der wir durch Deutschland gereist sind. Manchmal vermisse ich die Zeit, wo jede Entscheidung über hop oder top entschieden hat.“ Sie erinnerte sich aber auch daran, dass man als Gründer so viele Themen bearbeiten muss, dass man auf Hilfe angewiesen ist: „Hier war NUK da.“ Mithilfe der Initiative hätten sie nicht nur einen belastbaren Businessplan entwickelt, sondern so auch ihre Investoren kennen gelernt.

NUK-Projektleiter Martin Grothoff im Gespräch mit den NUK-Alumni Inga Koster (true fruits) und Robert Kronekker (hafervoll)

Auch Robert Kronekker von Hafervoll hat gute Erinnerungen – 0bwohl sein Arbeitgeber von seiner Teilnahme nicht begeistert war und er darüber seinen Job verlor. „Das war letzten Endes ein Glücksfall. Wir waren skeptisch, ob das Risiko einer Gründung nicht zu hoch sein könnte. Die Kündigung war der Aufwachmoment, den wir brauchten“, erzählte er. „Dank NUK konnten wir viele Fragen klären, aber es sind auch immer neue Fragen dazu gekommen, die uns vorangebracht haben“, sagte er. Die Teilnahme bei NUK und die Gründung von Hafervoll hätten sein Leben geprägt.

Auch deshalb hatte Robert damals einen „Gründersong“ geschrieben. Und das 20. Jubiläum von NUK war die beste Bühne, dass der Rapper den Song noch einmal aufführte und so die Gäste in der Wolkenburg noch vor der Preisverleihung zum Feiern animierte.

„Gründer profitieren vom kostenlosen Angebot“

Peter Hamacher, Direktor der Sparkasse KölnBonn, blickte überzeugt auf die letzten Jahrzehnte zurück: „Die Institution, die NUK werden wollte, ist es geworden.“ Hamacher nutzte den Abend außerdem, sich bei den Sponsoren und Mitgliedern sowie den gut 200 ehrenamtlichen Experten zu bedanken, die NUK unterstützen. „Diese Berater kosten im normalen Leben viel Geld. Bei NUK profitieren die Gründer vom kostenlosen Angebot.“ Wie erfolgreich das Konzept immer noch sei, sehe man daran, dass auch im 20. Jahr über 100 Teams das Angebot genutzt hätten.

Dass das nicht nur warme Worte waren, bewiesen die zehn Gründerteams, die sich in der letzten Stufe des NUK-Businessplan-Wettbewerbs gegen die Konkurrenz durchgesetzt hatten. In alter Tradition pitchten sie auf der Abschlussfeier vor großem Publikum ihre Geschäftsideen in nicht mehr als drei Minuten.

Trotz der knappen Zeit meisterten alle Teams diese Herausforderung mit Bravour – selbst bei komplexeren Themen wie dem von Dalex Biotech: Alexandra Ehl und David Frommholz haben eine Technologie entwickelt, mit der Proteine – die Alleskönner in vielen Industriebereichen – schneller isoliert werden können als mit herkömmlichen Methoden. Mit präzisen Worten und einfachen Bildern verstand jeder im Publikum, was der Mehrwehrt ihres Produkts ist. Wie schon in der vorangegangenen Stufe überzeugten viele Teams aus dem medizinischen Bereich: PeriEye entwickelt eine Methode, um Sehschäden frühzeitig zu erkennen, die Gründer von Jommi möchten mit einem digitalen Coach Diabetikern das Leben einfacher machen und UriCell nutzt Urin, um Stammzellen zu gewinnen.

Direktor Peter Hamacher begrüßte im Namen des Hauptsponsors Sparkasse KölnBonn.

Nach den Pitches waren die Zuhörer gefragt – denn zum ersten Mal in der Geschichte von NUK gab es einen Publikumspreis. Und die Wahl fiel eindeutig aus: Mit 25 Prozent durfte das Team UriCell die Bühne stürmen – nicht zum letzten Mal an diesem Abend. Im Anschluss verkündeten NUK-Geschäftsführer Theo Lieven, Peter Hamacher und NUK-Vorstandsmitglied Thomas Weskamp die drei Gewinner des 20. NUK-Businessplan-Wettbewerbs. mobilesdorf überzeugte auf ganzer Linie und zeigte als Gewinner des Wettbewerbs, dass Autos – anders als von Kaiser Wilhelm prognostiziert – auch 2017 noch zum Erfolg führen können: Die beiden Gründer haben ein modernes Car-Sharing-Konzept fürs Land entwickelt.

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie am Ende Ihres Weges sagen können: Die Mühe hat sich gelohnt. Nicht nur materiell, sondern auch für die Selbstverwirklichung“, sagte Bosbach nicht nur den Siegern, sondern allen Gründerteams. Der Abend zeigte auch: Manchmal sollten auch vielbeschäftigte Gründer innehalten, aufs bereits Erreichte zurückschauen und die eigenen Erfolge feiern. Dafür bot der Abend in der Wolkenburg nach der Preisverleihung viel Gelegenheit.

Wir danken den Sponsoren für einen großartigen Abend!

 

 

 

 

 

Wolkenburg

 


 

 


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