2. Juni 2008

Projekte, Problemlösungen & persönliche Kundenbeziehungen

Dirk Meyer, Mitglied der Geschäftsführung der WM Group, beim
5. Marienburger Kamingespräch

Flexibilität, analytisches Denken, ausgeprägter Geschäftssinn bei konsequenter Kundenorientierung – nur einige der Tugenden, die die spannende und abwechslungsreiche Unternehmervita von Dirk Meyer formten: Der IT-Spezialist mit Entrepreneur-Gen, Jahrgang 1967, durchwanderte nach einer Schlosserlehre schon mit 17 das Silicon Valley, um dann die höchsten Gipfel des Projektmanagements zu erklimmen – von 4.000 Projekten, die Dirk Meyer in über 20 Jahren Berufstätigkeit betreut hat, bezeichnet er lediglich vier als gescheitert.

Wie man auf diesem Gebiet derart reüssiert, veranschaulichte der überzeugte Bocholter beim 5. Kamingespräch unseres Verbandes am 27. Mai an den wichtigsten Stationen seiner Karriere, sei es die Vernetzung von Hotelketten in Las Vegas oder die Mitarbeit an der Entwicklung einer weltweit eingesetzten Software für Kernkraftwerke. Besonders einschneidend: der Zwischenstopp als Gründer einer Firma für selbst entwickelte Computerkassen mit Linuxkernel, einem noch heute gebräuchlichen System.

 

Nach dem Verkauf dieses Unternehmens, das es auf zehn Mitarbeiter gebracht hatte, wechselte Dirk Meyer 1997 zur WM Group GmbH, die Lösungen im Bereich Logistik, IT und Personaldienstleistungen anbietet. Hier war und ist er für diverse Firmen als Geschäftsführer tätig. Und spätestens bei der beeindruckenden Menge und Vielfalt an Praxisbeispielen, die Dirk Meyer aus dem WM-Nähkästchen holte, wurde das Thema seines Vortrages greifbar: „Wie erfolgreich umgesetzte und eingeführte Projekte Wertschöpfung für ein Unternehmen schaffen“.

Denn Dirk Meyer ist immer auf der Suche nach dem nächsten Projekt – nicht selten kreiert er sich seine Aufgaben selbst, denn bisweilen ist den Kunden gar nicht bewusst, wo genau der Schuh eigentlich drückt. Bis Dirk Meyer ein Problem identifiziert und dann auch gleich die Lösung parat hat. So entsteht ein neues Projekt für die WM Group auch schon mal fast wie nebenbei: Meyer hatte z.B. türkischen Einzelhändlern aus dem ganzen Rheinland, die ihre Produkte bis dahin selbst in der Heimat einkaufen mussten, vorgeschlagen den Import in großem Stil zu übernehmen und an zentraler Stelle ein Lager einzurichten. 400 dankbare neue Kunden der WM Group, die sich diesen Service eben nur im Verbund leisten können, waren das Ergebnis.

„Man muss oft nur kleine Bereiche optimieren, um eine große Wirkung zu erzielen“, ist Dirk Meyer überzeugt. Erstaunlich ist außerdem, dass seine Ansätze immer wieder über reine IT-Lösungen hinausgehen: So resultierte die Umfunktionierung von Lagerhallen für Zulieferer aus der Tabakindustrie zu riesigen Humidoren in optimaler Auslastung und größtmöglicher Kundenzufriedenheit. Es scheint, als falle Dirk Meyer für nahezu jedes Problem seiner Kunden eine Lösung zu. Fairness und die Begegnung auf Augenhöhe sind ihm dabei wichtig:„Ich versuche immer dem Kunden einen Vorteil zu verschaffen. Man sollte ihn nie über den Preis kriegen wollen.“
Zu einem kleinen, aber einträglichen Nebengeschäft sei etwa auch die Idee geworden, die Lagerrückstände von Kunden aus der regionalen Texilwirtschaft aufzukaufen und die Ware, hauptsächlich Bettwäsche, als Powerseller bei eBay anzubieten – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Die WM Group betreibt heute zwei Rechenzentren, hat 95 Mitarbeiter, circa 800 Kunden und erwirtschaftet einen Umsatz von 20 Mio. Euro pro Jahr, 75 Prozent davon allein durch Dienstleistungen. Besonders erfolgreich ist z.B. die EUREGIO GmbH: Erst 2006 mit zwei Niederlassungen gegründet, ist der Personaldienstleister heute bereits mit 800 Mitarbeitern an neun Standorten vertreten. „Ein Ende dieses Booms ist noch nicht in Sicht“, so Meyer.
Zum Schluss seines Vortrages verriet der Ehrengast noch sein Erfolgsgeheimnis: „Mach Deinen Kunden immer zu Deinem Freund! Mit gut 90 Prozent meiner rund 250 Kunden bin ich befreundet.“

Das NUK-Kamingespräch findet einmal jährlich statt. An dem exklusiven Diskussionsabend nehmen handverlesene Gründer teil, deren Unternehmen ein außerordentliches Wachstum vollzogen haben. Die Wild Card geht außerdem an ausgewählte Vorjahres-Alumni, auch wenn sie noch nicht gegründet haben
sollten.

 

 

Ihren besonderen Charakter gewinnt diese Runde durch den Veranstaltungsort und den jeweils hochkarätigen Referenten – auch diesmal traf man sich wieder in der prächtigen Villa Marienburg im Kölner Süden, die schon zum vierten Mal von HDI-Gerling für dieses Highlight des NUK-Alumni-Clubs zur Verfügung gestellt wurde. Herzlichen Dank dem großzügigen Gastgeber!

 
Die elf Jungunternehmer, die zum Kamingespräch 2008 geladen waren, kamen aus den unterschiedlichsten Branchen. Neben der einhelligen Begeisterung über den gelungenen Abend und v.a. den Referenten fanden unsere Gäste z.B. bei dem für alle bedeutsamen Thema Finanzierung schnell eine gemeinsame Gesprächsbasis am und ums anschließende Buffet herum.

 

 

Stimmen der Teilnehmer:

„Im Unternehmeralltag wird man oft mit 1.000 operativen Herausforderungen konfrontiert. Wie die Praxisbeispiele von Herrn Meyer zeigen: Wenn man sich auf wenige wichtige konzentriert, erledigt sich der Rest oft von selbst – manchmal ist die Lösung nämlich ganz einfach. Grad als Jungunternehmer ist es eminent wichtig, von Beginn an Prioritäten zu setzen und sich immer wieder zu fragen, was ist wirklich wichtig für die Entwicklung meines Unternehmens.“
Dr. Thomas Goette, Freundliche Netzwerke GmbH/woobby.com

„Hochgradig beeindruckend – als Vorbild fast schon ein Kaliber zu groß!“
Dr. Claudia Mika, TEMOS

„Ein richtiger Machertyp. Was ich aus dem Vortrag mitnehme: Man muss auch
manchmal einfach loslegen!“
Christoph Müller, ConteroQuant GmbH

„Die Kulisse hier ist schon sehr ansprechend, und der Redner war hervorragend. Der Vortrag war definitiv eine Inspiration!“
Daniel Schaffeld, styleranking.de

„Ich find’ den Abend richtig jot! Der Referent ist nicht so streamline, so
managermäßig, sondern sehr authentisch.“
Dr. Reik Winkel, indurad GmbH


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