5. Februar 2009

Selbsthilfegruppe „Wirtschaftskrise“ – NUK-Forum „Marketing & Innovation“

Auf den regelmäßigen NUK-Foren können Gründer und Jungunternehmer der gesamten Region Gleichgesinnten und Hochkarätern aus renommierten rheinischen Unternehmen und Institutionen begegnen. Die großen Netzwerktreffen von Neues Unternehmertum Rheinland e.V. haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte – beim Marktplatz der Kontakte am 10. Februar 2009 in Düsseldorf ging es um „Marketing und Innovation“.
Trotz Schneesturm kamen knapp hundert Gäste im Präsidentenschlösschen der Bezirksregierung zusammen, unter ihnen aktuelle Teilnehmer und Ehemalige des NUK-Businessplan-Wettbewerbs, Vertreter des Mitglieder- und Sponsorenkreises, NUK-Coaches und weitere Gründerszene-Interessierte.

Die Begrüßung übernahm Gastgeber Wilfried Kruse, Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt, der nach einer faktenreichen Darstellung der hohen Standort- und Lebensqualität Düsseldorfs an alle Netzwerker appellierte: „Nutzen Sie die Gelegenheit hier, kommen Sie ins Gespräch miteinander! NUK-Wettbewerbsteilnehmer: Krempeln Sie die Ärmel hoch, wer soll es denn sonst tun, wenn wir es nicht anpacken!“
Vor dem Networking sorgten spannende Vorträge für Gesprächsstoff: Dr. Cord Landsmann, CFO e.on Climate & Renewables GmbH, hatte seine Präsentation klar nach zwei Hauptaspekten gegliedert: „Erneuerbare Energien: ein weltweit wachsender Markt mit Perspektive – Chancen für neue Ideen und Geschäftsmodelle“. Zunächst zeigte der Finanzexperte daher die Meilensteine seines jungen Unternehmens auf. Dann beleuchtete er das enorme Potential seiner rasant wachsenden Branche, die durch zahlreiche Marktdesiderate Raum für Erfinder und Entwickler eröffne: Bessere Anlagentechnologie  und Vermarktungsideen für Windstrom,  Optimierung der Vergärung bei der Biogas-/Bioerdgas-Gewinnung, bessere Nutzungsmöglichkeiten von Fotovoltaik u.v.m. seien sehr gefragt. Allein sein Unternehmen werde bis 2010 sechs Milliarden Euro investieren und habe deshalb ein großes Interesse an Kooperationen und neuen Lösungen. „Viele Unternehmen haben mit einer schlauen Idee in der Garage angefangen“, ermunterte Landsmann die Gründungsinteressierten im Publikum.

Aus einer Nation, die am Boden lag eine Nation von Weltmeistern machen – so lautete die Mission von Adi Dassler, dem Gründer von Adidas. Mit dieser und weiteren markigen Ansagen von Unternehmerlegenden wie Axel Springer, Josef Neckermann oder Hans Riegel leitete danach Frank Schrader seinen Vortrag „Der Unternehmer als Marke“ ein, bei dem er auch auf die hohe soziale Verantwortung und Bedeutung dieses Standes abhob. „Unternehmer sind wirklich wichtig für unsere Gesellschaft, aber sie haben es verdammt schwer, denn die Zeiten sind extrem schwierig. Ich nehme das böse Wort in den Mund: Wir haben eine Krise!“, so der Managing Director von KW 43 Branddesign. Als Firmengründer müsse man Persönlichkeitswerte identifizieren und diese konsequent vorleben und kommunizieren, um zu einer Marke zu werden, die für stabile Kundenbeziehungen sorgt. Die Kehrseite dieser Medaille sei allerdings, dass dann der Gesundheitszustand eines CEO auch über Wohl und Wehe der Firma entscheiden kann, wie man z.B. am zehnprozentigen Kursverlust von Apple bei Bekanntgabe einer Krankheit von Steve Jobs sehen könne. Dennoch lautete Schraders Fazit: „Gerade in schwierigen Zeiten ist es auch wirtschaftlich ein Vorteil, wenn man eine klare Position bezieht – dann zählen persönliche Glaubwürdigkeit und Vertrautheit besonders.“

Gegen Ende der anschließenden Fragerunde schien es, als wolle das Plenum  gemeinsam Wege aus der Wirtschaftskrise finden: Immer wieder klang dieses Thema durch, z.B. als  Dr. Cord Landsmann  zugab, dass auch seiner florierenden Firma durch Investitionsstau Aufträge wegbrächen – dabei gebe es ihm natürlich Sicherheit, ein eher kleines Unternehmen in einem großen Konzern wie e.on zu haben: „Das ist wie eine Fahrt im Nebel: Wir bewegen uns langsamer voran, denn wir sind auf Nachhaltigkeit aus. Wir sind erst vor zwei Jahren angetreten, wir werden auch in 50 Jahren noch da sein!“

Das hatte was von einer Selbsthilfegruppe: Geteiltes Leid ist halbes Leid, und wenn man sich einen Abend lang gegenseitig mit guten Ratschlägen versorgt hat, gehen alle wieder mit frischem Mut an ihr hartes Tagwerk. Und neue Bekanntschaften heben auch die  Stimmung.
Beim abschließenden „Get-together“ mit einem Imbiss und Getränken von Alt bis Kölsch dauerten die angeregten Diskussionen dann auch bis nach 23 Uhr an.

 

Wir danken der Bezirksregierung Düsseldorf und der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt für die freundliche Unterstützung des Abends!

Den Vortrag von Dr. Cord Landsmann können registrierte Nutzer hier herunterladen.

Einen Bericht über das Vorjahresforum in Düsseldorf finden Sie hier.


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