20. März 2015

Sieben Tipps zur Finanz- und Liquiditätsplanung von Jörg Püschel

Ergänzend zum Vortrag “Finanzplanung” hat Jörg Püschel die sieben wichtigsten Tipps zum Thema Finanz- und Liquiditätsplanung für Sie als Gründer zusammengefasst. Das Handout zum Vortrag steht Ihnen im Download-Bereich zur Verfügung.

 

1. Setzen Sie sich Ziele
Sie müssen sich ein Ziel setzen und festlegen, wohin „die Reise“ gehen soll. Jeder Schifffahrtskapitän, egal ob Hobbysegler oder Tankerkapitän, macht es auch nicht anders, bevor er auf große Fahrt geht: Er hat sich Seekarten besorgt, die Route abgesteckt, genügend Proviant und Frischwasser eingebunkert und hat den Zielhafen immer vor dem (geistigen) Auge. Nicht anders ist es bei Ihrem Gründungsvorhaben: Die Planung dient in erster Linie dazu, dass Sie Ihr Ziel bestimmen und somit immer den Kurs Ihres Unternehmens anpassen können, damit Sie das Ziel auch sicher erreichen können.

2. Prognostizieren Sie Ihre Ziele
Da Sie es immer mit unsicheren Annahmen und Risiken zu tun haben, wird es eine vollkommene Information, also die Ermittlung aller Daten mit absoluter Sicherheit, in der Praxis nie geben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Aussagen umso ungenauer sein werden, je weiter der zu planende Zeitraum vom aktuellen Zeitpunkt entfernt ist.

Um dennoch möglichst gute Prognosen zu stellen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Planen Sie Ihre Zahlen selbst!
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Planung.
  • Machen Sie sich einen genauen Terminplan, wann Sie welche Daten recherchieren wollen und bis wann Sie diese verarbeiten werden.
  • Manche Zahlen müssen Sie schätzen, da Sie sie jetzt noch nicht kennen.
  • Planen Sie vorsichtig und schätzen Sie Ihre Aufwandspositionen lieber zu hoch ein.
  • Schätzen Sie Ihre Erträge dagegen nicht zu optimistisch ein.
  • Planen Sie sorgfältig, aber nicht detailverliebt.
  • Gehen Sie im Rahmen der Planung systematisch vor.

3. Planen Sie verschiedene Szenarien
Planen Sie immer mehrere Varianten Ihres Vorhabens, mindestens ein „realistisches“ und ein „pessimistisches“ Szenario, ggf. auch noch ein „optimistisches“. Sie sollten mit der realistischen Variante beginnen und wenn Sie diese abgeschlos­sen haben, noch eine weitere pessimistische Variante einplanen. Somit können Sie überprüfen, wie sich Ihre Liquidität entwickelt, wenn beispielsweise die Anlaufphase länger dauert als geplant und damit die Erträge deutlich geringer sein werden.
Probieren Sie aus was passiert, wenn beispielsweise die Umsätze um 25 % geringer sein werden als in der realistischen Variante angenommen. Wie entwickelt sich dann die Liquidität in Ihrem Planunternehmen.

4. Kontrollieren Sie Ihre Ziele
Ihre unternehmerischen Ziele sind die Grundlage für Ihr unternehmerisches Handeln, denn aus vorgegebenen klaren Zielen lassen sich die notwendigen Maßnahmen und Strategien zu deren Umsetzung ableiten.

  • Mit der Zielvorgabe lässt sich prüfen, ob die Ziele auch erreicht wurden oder nicht. Im Einzelfall kann so schon frühzeitig „gegengesteuert“  werden,  denn ggf. müssen die Ziele auch den Umweltbedingungen angepasst werden.
  • Unwichtiges kann von Wichtigem unterschieden werden und Sie können Ihre Kräfte auf die Schwerpunkte Ihres unternehmerischen Handelns konzentrieren.
  • Dadurch dass Sie selbst Ihre Ziele erarbeiten und sich vorgeben, schaffen Sie sich eine vernünftige Grundlage für Ihr unternehmerisches Handeln und das Ihrer Mitarbeiter.

5. Planen Sie ausreichend Gewinne ein
Damit Ihr Unternehmen dauerhaft Bestand haben kann, benötigen Sie Gewinne . Zum einen bestreiten Sie aus dem Gewinn Ihren Lebensunterhalt, zum anderen benötigen Sie den Gewinn zur Bildung von betrieblichen Rücklagen. Erzielen Sie dauerhaft Verluste statt Gewinne wird Ihr Unter­neh­men zahlungs­unfähig und geht in den Konkurs.

Ob Sie nach der erfolgten Gründung tatsächlich Gewinne oder Verluste erzielen, können Sie nie 100prozentig prognostizieren. Sie können aber eine finanzielle Planung ausarbeiten, innerhalb derer Sie „vermutlich“ auf dem richtigen Wege sind. Mit einer Planung lässt sich das Risiko der Fehl­kalkulation erheblich reduzieren und es ist damit deutlich geringer als bei einem ungeplanten “Blindflug”.

6. Strukturieren Sie Ihre Planungsschritte
Der Business-Finanzplan Ihres Geschäftsvorhabens setzt sich aus verschiedenen Einzelplänen zusammen, die Sie in zwei Hauptplänen verdichten:

  • Zum einen in einer Rentabilitätsvorschau, mit der Sie als Ergebnis feststellen, ob ihr Vorhaben über den Zeitverlauf auch rentabel ist.
  • Zum anderen in der Liquiditätsplanung, mit der Sie Ihre Zahlungsströme prognostizieren und damit feststellen, ob Sie in der Zukunft  auch immer „flüssig“ (liquide) sind.

Obwohl beide Hauptpläne aus einer Vielzahl von Zahlen bestehen, ist die Erstellung dieser Tabellen viel einfacher als es zunächst erscheint. Hilfreich ist hierbei eine strukturierte Vorgehensweise.

7. Planung ist Fleißarbeit!
Die Erstellung der Finanz- und Liquiditätsplanung im Rahmen Ihrer Businessplanung ist vor allem auch eine Fleißarbeit, die Ihnen leider keiner abnehmen kann.


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