12. Juni 2013

Vorsicht vor schwarzen Schwänen

Was hat der Risikoschutz eines Unternehmers mit schwarzen Schwänen zu tun? Das lernten die Gäste des NUK-Forums „Risikoschutz“ am 11. Juni 2013 in der Kölner Marienburg. Außerdem gaben die Experten Tipps, auf welchen Schutz man als Gründer nicht verzichten sollte. 

Das Interesse am Risikoschutz war groß.

Das Interesse am Risikoschutz war groß.

Zu jedem vollständigen Businessplan gehören die Risiken und Chancen des Gründungsvorhabens. Nicht selten kommen die Risiken dabei zu kurz – es ist mühsam und manchmal auch erschreckend, wenn man sich über Gefahren und Schwachstellen Gedanken machen muss. Doch was ist überhaupt ein Risiko? Und wie sollte man damit umgehen? Darauf ging der mehrfache Unternehmensgründer Kai Petersen in seinem Vortrag: „Der schwarze Schwan von Fukushima“ ein.

Wer gehofft hat, langfristig alle Gefahren umschiffen zu können, wird von Petersen gleich eines besseren belehrt: „Egal wie ich mich verhalte, irgendein Risiko ist immer da.“ Wichtig sei es deshalb, das schlimmste zu vermeiden. In seinem kurzweiligen und pointierten Vortrag definierte er unterschiedliche Risikopunkte und erklärte, wie man damit umgehen kann.

Ein Risiko könne als etwas Unerfreuliches definiert werden, das selten passiert – aber nicht selten genug. Für den Risikoträger gelte es abzuschätzen, wie hoch der Preis des unerfreulichen Ereignisses ist. Davon abhängig solle man machen, ob man sich gegen das Risiko absichert oder nicht. Schwierig sei es, so Petersen, mit den schwarzen Schwänen.

„Einmal im Jahr Gedanken machen“

Kai Petersen warnte vor den "schwarzen Schwänen" im Unternehmertum.

Kai Petersen warnte vor den „schwarzen Schwänen“ im Unternehmertum.

Lange Zeit glaubten die Menschen in Europa, dass es nur weiße Schwäne gibt. Wenn ein Ereignis für sie absolut ausgeschlossen erschien, sagte man, es sei so wahrscheinlich „wie ein schwarzer Schwan.“

Die Welt – nicht zuletzt die der Gründer – sei voller schwarzer Schwäne, sagte Petersen. Ereignisse, mit denen keiner rechne, die jedoch über die Zukunft eines Unternehmens entscheiden könnten. Wichtigste Aufgabe sei es deshalb, die „schwarzen Schwäne zu weißen zu machen.“ Ein guter Weg dahin sei es, mit Leuten zu sprechen, die kritisch Fragen stellen und so auf riskante Punkte im Unternehmen aufmerksam machten.

Christian Kiefer vom Industrie-Pensions-Verein e.V. sprach über die „Vorsorgemöglichkeiten & -pflichten für Jungunternehmer“. Er stellte unterschiedliche Formen der Absicherung vor und empfahl den Zuhörern, sich vor allem gegen existenzbedrohende Risiken abzusichern. Dabei sollte man nicht zuletzt die Arbeitskraft als wichtiges Kapital im Blick haben. Von der Arbeitskraft des Unternehmers könne die gesamte Existenz des Unternehmens abhängen.

Rainer-Karl Bock-Wehr riet den Gründern, sich einmal im Jahr Gedanken zu machen.

Rainer-Karl Bock-Wehr riet den Gründern, sich einmal im Jahr Gedanken zu machen.

Als dritter Referent sprach Rainer-Karl Bock-Wehr, Fachmann für Unfall- und Sachschaden bei HDI. Er gab dem Auditorium vor allem zwei Botschaften mit auf den Weg. Zum einen riet er, sich bei jedem Kunden zu fragen, ob man ihm vertrauen könne. Fällt dieses schwer, müsse man sein Risiko minimieren. Außerdem solle jeder ein Gespür dafür entwickeln, was Negatives passieren könne. „Einmal im Jahr sollten Sie sich Gedanken machen, wo Gefährdungspotential besteht“, sagte er den Gründern und Unternehmern im Publikum.

Dass es immer auch auf die richtigen Kontakte ankomme, sagte NUK-Projektleiter Mario Weber zum Abschluss. Die Gründer, die bei NUK aktiv seien, hätten sich das zu Herzen genommen. „Nutzen sie das aus – auch über den Wettbewerb hinaus.“

Herzlichen Dank an die HDI Vertriebs AG für die freundliche Unterstützung der Veranstaltung. 


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