5. März 2007

NUK Businessplanwettbewerb 2007 hat seine ersten Gewinner

Business On – Das regionale Wirtschaftsportal, 05.03.2007

Das Neue Unternehmertum Rheinland e.V. (NUK) hat am vergangenen Donnerstag in den Räumen der Bezirksregierung Köln die ersten Preisträger des diesjährigen Businessplan-Wettbewerbs ausgezeichnet. Aus rund 120 Teilnehmern, die ihre Ideenskizzen einreichten, wählte die Jury 17 Nominierte aus, aus denen jeweils fünf Teams je einen Haupt- und einen Förderpreis in Empfang nahmen.

Rund 200 Gäste waren bei der feierlichen Preisverleihung der ersten Stufe des aktuellen Businessplan-Wettbewerbs in die Räume der Bezirksregierung gekommen.
Der prominenteste war sicher Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, der in seinem Grußwort vor allem die Rolle junger Unternehmen hervorhob. „Kleine Unternehmen aus dem Regierungsbezirk Köln haben mit ihren pfiffigen Ideen weltweiten Erfolg“, lobte Lindlar die unternehmerische Initiative. […]

10 Jahre NUK Wettbewerb – eine Erfolgsgeschichte

Regierungspräsident Lindlar deutete es an, NUK-Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Gottwald wurde konkret. In den vergangenen neun Wettbewerben konnten die rund 814 noch heute existierenden Unternehmen insgesamt 3634 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Für Gottwald ein Beweis, dass der Ansatz des NUK der richtige war und ist. Auch der stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Kreissparkasse Köln Josef Hastrich zeigte sich beeindruckt vom „Ausmaß der Mitarbeit“. In seinem Grußwort dankte er den ehrenamtlichen Helfern (Fachgutachter, Berater) für ihr Engagements im Rahmen dieses Wettbewerbs. Die Zahl von 120 Teilnehmern zeige aber auch das große Potenzial für Unternehmensgründungen nicht alleine in der Region des südlichen Rheinlandes.

Dienstleistungen weiter auf dem Vormarsch

Auch in diesem Jahr waren Geschäftsideen im Bereich Dienstleistungen erneut in der Mehrheit. 77 Prozent aller Einreichungen kamen aus diesem Bereich. Vor allem die Entwicklung des Internets zum so genannten Web 2.0 mit ihrem Ansatz des „user generated content“ hat in diesem Wettbewerb einige innovative und erfolgversprechende Ideen hervorgebracht. Nach langen Jahren der Stagnation gebe es in der IT-Branche wieder einen spürbaren Schub, der sich auch bei den Preisträgern der ersten Wettbewerbsstufe widerspiegelt. Keine Fortsetzung fand der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Trend in Richtung Wellness. Geschäftsideen aus diesem Bereich waren in diesem Jahr fast überhaupt nicht mehr vertreten. Lediglich drei Prozent der eingereichten Beiträge kamen z.B. aus dem Bereich Life Science, 14 Prozent aus dem Bereich Freizeit/Wellness. Mit 25 Prozent lag der Bereich IT/Internet jedoch mit deutlichem Abstand an der Spitze.

Bezogen auf die regionale Herkunft der Einreichungen bleibt die Region der absolute Schwerpunkt. Beiträge aus der Domstadt machen mit 43 Prozent den größten Anteil aus, Bonn folgt mit 21 Prozent aller Beiträge. Aus Düsseldorf, obwohl deutlich größer als Bonn, kommen indes lediglich elf Prozent. Für NUK-Vorstand Gottwald ein sicheres Zeichen, dass sich hier noch großes Potenzial verbirgt. Die restlichen Beiträge kamen aus anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen und auch aus dem gesamten Bundesgebiet.

NUK betont Sorgfalt bei der Jury-Entscheidung

Mit der Auswahl der Siegerbeiträge habe es sich die Jury auch in diesem Jahr nicht einfach gemacht, ergänzte NUK-Vorstand Gottwald. Grundsätzlich werden bei der Beurteilung des Businessplans schon während der ersten Wettbewerbsstufe in der Regel zwei Gutachten eingeholt. […] Aus den 17 Nominierten wählte die Jury dann schließlich fünf Haupt- sowie fünf Förderpreise aus, die als verdienten Lohn Schecks in Höhe von 500 bzw. 250 Euro entgegen nahmen. „Diejenigen, die in der ersten Stufe nicht berücksichtigt wurden, wollen wir damit jedoch nicht entmutigen. Eher wollen wir sie anspornen, weiterzumachen“, erläuterte Gottwald den Ansatz. „Wir sind keine Propheten und wissen nicht, ob der Siegerbeitrag tatsächlich nachhaltig erfolgreich wird“, so Gottwald abschließend.

Große Bandbreite bei Siegerideen

Die fünf Siegerbeiträge, die die Hauptpreise in Höhe von 500 Euro entgegen nahmen, zeichneten sich durch eine große Bandbreite aus. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Bereich Energie. Das zweiköpfige Team der CentroQuant GmbH aus Köln will die finanztechnisch-mathematischen Lösungen, die in der Finanzbranche längst Standard sind, auch in der Energiewirtschaft zur Anwendung bringen. Deren Gründer, Doktoranden an der Kölner Universität, wurde die Geschäftsidee geradezu von Außen zugetragen, wie Mitgründer Oliver Grothe verriet. In der Branche aktiv ist auch das Team CSP Services GmbH. Sie wollen sich als Dienstleister um die Beratung und Optimierung von solarthermischen Kraftwerken kümmern. Unternehmensstandorte sind neben Köln auch Almeria in Spanien. Dabei handelt es sich um eine echte Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrtforschung. Dr. Eckard Lüpfert nahm die Auszeichnung stellvertretend für das dreiköpfige Team in Empfang. Ebenefalls drei Gründer verzeichnet die aus Aachen und Ulm stammende „indurad“ mit einem besonders leistungsfähigen Radarerfassungssystem. Damit soll das Beladen in Schüttgutanlagen wesentlich erleichtert werden, wie Mitgründer Reik Winkel den Gästen erläuterte. Ein weiterer Hauptpreis ging an die Mönchengladbacher Existenzgründung RoomDoctor. Die beiden Architekten Frank Schwinning und Ralph Jammers wollen dabei auf Basis eine zukünftigen Franchisesystems bundesweit Wohnraumberatung zu festgelegten Konditionen anbieten.
Ein Beitrag aus dem Bereich IT/Internet dürfte bei den Hauptpreisen nicht fehlen. Die aus Düsseldorf stammende Styleranking.de ist eine Existenzgründung der Internetexperten Daniel Schaffeld und Roland Schweins. Mit ihrer Web 2.0-Idee wollen sie eine interaktive Mode-Plattform etablieren. Dabei sollen Modeinteressierte ihre Outfits vorstellen, die dann von Usern bewertet in wöchentlich generierte Ranglisten aufgenommen werden.

Daneben erhielten auch fünf Preisträger am Donnerstag ihren Förderpreis in Höhe von 250 Euro. Dazu gehörten gleich drei Teams aus Köln. Hairstyler’s heaven ist ein Konzept eines bestehenden Friseursalons der Eheleute Irmgard und Siegbert Lehmann zur Behandlung von brüchigen Haaren. Ebenfalls aus Köln kommt die Neugründung BiopsyVet GmbH von Prof. Dr. Thomas Bilzer. Mit ihrem Speziallabor soll die Methode der Biopsiediagnostik auf den Bereich der Veterinärmedizin ausgedehnt werden. Speziell auf das Thema Bildung fokussiert ist die Internetplattform videotomie. Das aus Köln und Gronau stammende dreiköpfige Gründerteam will dabei Lehrvideos von Nutzern für Nutzer anbieten. Die IndiviMed aus Bonn hat sich auf die Produktion und den Vertrieb von individuellen Knochenersatzimplantaten im Bereich der Kieferknochen spezialisiert. Das dreiköpfige Team der Wuppertaler Active Acoustics entwickelte ein neues System des aktiven Schallschutzes. Dies soll nun im Rahmen aktiver Schallschutzmaßnahmen zur Marktreife gebracht und dann vermarktet werden.

Weitere sieben Teams schafften es zwar in die oben genannte Jury-Sitzung, wurden bei der Preisvergabe jedoch nicht berücksichtigt. Der dreistufige Wettbewerb wird am heutigen Montag mit dem Abgabetermin ihres so genannten „Grob-Businessplans“ in die zweite Runde starten.
Die Organisatoren hoffen, dass möglichst viele Teilnehmer auch die weiteren Stufen des Wettbewerbs dazu nutzen, ihre Geschäftsidee weiter auszuarbeiten. Und ein weiterer genereller Trend will das NUK auch nicht verschweigen. Je mehr Gründer an einer Geschäftsidee beteiligt sind, um so erfolgreicher verläuft die Unternehmensgründung, fasst NUK-Vorstand Gottwald zusammen. Die Preisverleihung der ersten Wettbewerbsstufe gibt Gottwald unumwunden Recht, alle Gewinner der ersten Preisstufe waren Teams bestehend aus mindestens zwei Personen.

NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. organisiert seit 1997 den alljährlichen Businessplan-Wettbewerb. Inzwischen gehören 40 namhafte Unternehmen aus der Region zum Kreis der Förderer. Insgesamt über 200 Fachberater und Experten bringen während der Wettbewerbe ehrenamtlich Beratungsleistungen ein. Die Verleihungen der drei Hauptpreise wird voraussichtlich im Juni dieses Jahres stattfinden.

www.n-u-k.de

(Ralph Kruppa)

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