10. Oktober 2006

NUK startet 10. Businessplan-Wettbewerb in Köln

Business On – Das Wirtschaftsportal in Köln und Bonn, 27.10.2006

Mehr als 300 Gäste kamen zur Eröffnungsveranstaltung des NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V. in den Alten Wartesaal nach Köln. Wo sonst Kabarettisten in der WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen“ auftreten und sich am Wochenende das Partyvolk amüsiert, referierten am 24. Oktober zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten über die Anforderungen an junge Gründer und die Vorteile eines funktionie-renden Netzwerkes.

Neben den NUK-Verantwortlichen war auch Dr. Helmut Linssen, Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, als Ehrengast dabei. Seit 1997 hat sich der NUK-Businessplan-Wettbewerb erfolgreich etablieren können. „Das gesamte Vorhaben Businessplan-Wettbewerb stand von Anfang an unter einem guten Stern und die Bilanz bis heute ist außerordentlich“, erklärte der Geschäftsführer des NUK e.V. Theo Lieven, Gründer der Vobis Microcomputer AG in Aachen. Das NUK-Netzwerk kann dabei eine Fülle von Hilfen bieten, aber den „Sprung ins kalte Wasser“ müssen die angehenden Gründer schon selbst wagen, so Lieven.
Waren es in der ersten Ausgabe 148 Teilnehmern, so stieg die Zahl bis 2001 auf 499. Im vergangenen Jahr registrierten die Initiatoren 339 Teilnehmer. Dienstleistungen machen das Gros der Neugründungen aus. Im branchenunabhängigen Wettbewerb lag der Anteil der Dienstleistungen im Vorjahr bei 76 Prozent. Dabei wurden vor allem Konzepte aus den Bereichen Consulting, Freizeit/Wellness und IT eingereicht. Unter den Produktideen lag der Schwerpunkt auf technologieorientierten Gründungen z.B. aus den Branchen IT, Werkstoffe/Techniken oder Life Science.

Der Wettbewerb hat in erster Linie regionale Bedeutung. Die meisten Teilnehmer kommen immer noch aus dem Raum Köln, jedoch stieg die Zahl der Einreichungen aus Düsseldorf, Bonn und Aachen in der vergangenen Jahren stetig an. Immerhin elf Prozent der Teilnehmer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch der Anteil weiblicher Gründerinnen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, zuletzt betrug er 28 Prozent.

Jüngste Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Köln, aus dem Spätsommer 2006 zeigen indes, wie wichtig die Belebung des Gründergedankens ist. Nach einer Studie des IW überstieg die Zahl der bundesweiten Neugründungen in 2005 die der Löschungen nur noch um rund 54.000, der niedrigste Wert in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik.

Aus einer Idee wird ein Projekt

Auch bei dem NUK-Wettbewerb stand zu Beginn eine Idee, entwickelt von drei gestandenen Persönlichkeiten aus führenden Positionen der Wirtschaft. Nach einem Treffen im Jahr 1996 verabredeten der damalige Vorstand des Kölner Gerling-Konzern Dr. Jürgen Zech, Sparkassenchef Gustav Adolf Schröder sowie der Leiter des Kölner McKinsey-Büros Joachim Hausen, eine Idee aus den USA nach Deutschland zu importieren – den Businessplan-Wettbewerb.
„Wir waren zwar nicht die ersten, die eine solche Idee realisierten, aber wir waren nahe dran“, so NUK-Vorstandsmitglied Dr. Dietrich Gottwald, gleichzeitig Gründer und Geschäftsführer des Kölner Systemhauses Omikron.
So wurde der Verein Neues Unternehmertum Köln e.V. am 27. August 1997 gegründet und startete im Herbst des gleichen Jahres seinen ersten Businessplan-Wettbewerb.

Der Sieger des damaligen Wettbewerbs, das Biotech-Unternehmen amaxa biosystems GmbH, gibt es heute noch. Trotz schwieriger Zeiten und einiger Rückschläge arbeitet das Unternehmen seit einigen Jahren profitabel. Rund 150 Mitarbeiter, davon 30 in den USA, entwickeln und vermarkten technische Geräte für High-Tech-Anwendungen im Biologiebereich, und das äußerst erfolgreich, wie Gründer und Geschäftsführer Rainer Christine den Gästen erläuterte. 20 Millionen Euro Umsatz und ein jährliches Umsatzwachstum von ca. 30 Prozent sprechen eine klare Sprache.

Businessplan als Planungs- und Steuerungsinstrument

Beispiele wie amaxa sind sicherlich die absoluten Highflyer, denn eine gute Geschäftsidee bedeutet nicht zwangsläufig auch den Durchbruch beim Geschäftserfolg. „Aus 10.000 Geschäftsideen werden 100, vielleicht 150 oder 200 tatsächlich zu Unternehmen“, schätzt NUK-Vorstand Gottwald. Ebenso wichtig für den Erfolg einer Unternehmensgründung ist die Frage, ob der junge Unternehmer ein „Unternehmertyp“ ist oder – statistisch erfolgversprechender – ein Team mit unterschiedlichen Charakteren eine Unternehmung startet.
Und schließlich ist die Finanzierung gerade für junge Unternehmer ein zentrales Problem, an dem viele Gründer bereits in einer frühen Phase scheitern. Der Businessplan erfüllt daher mehrere Aufgaben. Er ist zugleich Planungs- und Steuerungsinstrument und bietet damit in allen Phasen der Unternehmens-gründung und –entwicklung wertvolle Orientierungspunkte, erläuterte Kreissparkassenvorstand Wolfgang Schmitz. Und selbst, wenn Teilnehmer am Wettbewerb bei den Würdigungen nicht berücksichtigt werden, ist er immer noch ein Qualifizierungsinstrument. Immerhin wissen die Teilnehmer mehr als vor-her, auf was sie beim Weg in die Selbständigkeit achten müssen.

Politik will Mentalitätswechsel fördern

Die Verantwortlichen in der Politik haben inzwischen erkannt, dass in Deutschland wieder ein „Gründergeist“ Einzug halten muss. Dies forderte NRW-Finanzminister Dr. Helmut Linssen in seiner Ansprache an die Gäste. Er kritisierte, dass in einigen Regionen eine regelrechte Subventionsmentalität heran gezüchtet wurde, die nur nach den Möglichkeiten der Abschöpfung öffentlicher Gelder fragt. Über die sta-tistischen Zahlen der Neugründungen – 100.000 bis 120.000 alleine in NRW – zeigte sich der Minister zwar „ganz glücklich, aber nicht zufrieden“.
Wichtig ist aus seiner Sicht die Qualität und damit die Nachhaltigkeit von Unternehmensgründungen. Linssen forderte vor allem mehr Anstrengungen bei Ausgründungen aus Universitäten und anderen Hochschuleinrichtungen. „In diesem Bereich haben wir zu wenig. Unternehmensgründungen aus dem Umfeld von wissenschaftlichen Einrichtungen haben bessere Voraussetzungen und sind im allgemeinen wettbewerbsfähiger“, erläuterte der Minister. Mit dem neuen Hochschulfreiheitsgesetz, das in diesen Tagen im Plenum des Landtages beschlossen wurde, will die Landesregierung genau daran arbeiten. „Die Hochschulen können dann eigenverantwortlich über Etat, Personal und Ausstattung entscheiden. Wir wollen damit den Wettbewerb fördern, weil wir glauben, dass sich damit auch die Qualität der Hoch-schulen verbessern wird“, so Linssen. Alarmierend ist für den Minister vor allem der Rückgang des An-teils der Spitzentechnologien an den Neugründungen, der im Verlauf eines Jahrzehnts von 8,3 auf 6,5 Prozent zurückging.

Ablauf des Wettbewerbs

In den folgenden Wochen finden in Bonn, Aachen und Düsseldorf weitere Auftaktveranstaltungen statt. Die Teilnahme am dreistufigen Businessplan-Wettbewerb ist kostenfrei. Mehr als 35 Sponsoren aus der Region unterstützen das Projekt, ebenso wie über 200 Fachberater und Coaches. Ein Einstieg ist in jeder der drei Wettbewerbsstufen möglich. In der ersten Stufe, die am 8. Januar 2007 mit dem Einsendeschluss endet, geht es um die Skizze der Geschäftsidee und des Kundennutzens. Die Gewinner erhalten Hauptpreise in Höhe von 500 und Förderpreise in Höhe von 250 Euro. In der zweiten Stufe erstellen die Teilnehmer einen groben Businessplan mit Marktanalyse und Marketing-Konzept. Einsendeschluss für die 2. Stufe ist der 5. März 2007. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten je 1000 Euro sowie Förderpreise in Höhe von 500 Euro. In der dritten und letzten Stufe wird der Businessplan detailliert und mit Finanzplan dargestellt. Die drei Hauptpreise sind mit 7500, 5000 und 2500 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 30. April, die Preisverleihung ist für dem 21. Juni 2007 geplant.
Wer Interesse hat, kann sich im Internet unter: http://www.n-u-k.de informieren oder sich telefonisch direkt an das NUK-Team unter: 0221 / 226 – 2222 wenden.

(Ralph Kruppa)

Hier können Sie den Original-Artikel nachlesen.


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