Sieben Tipps für Ihre PR von Tom Buschardt

Tom Buschardt, Gründer und Inhaber der PR-Agentur die-journalisten.de und Referent des Vortrags PR im NUK-Businessplan-Wettbewerb 2012, fasst die sieben wichtigsten Do’s & Don’ts für Sie als Gründer zusammen.

1. Fangen Sie rechtzeitig damit an
Wenn Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung entwickeln, hinterfragen Sie stets in jedem Stadium des Entwicklungsprozesses die mögliche Wirkung in der Kommunikation. Sie werden feststellen, dass unter Umständen bestimmte Entwicklungsstufen dadurch vereinfacht werden können. Auf jeden Fall vermeiden Sie, dass Sie bei Produkt oder Dienstleistung hinterher noch einmal eine komplett andere Richtung einschlagen müssen.

2. Akzeptieren Sie die Spielregeln
Versuchen Sie nicht, Medien zu missionieren. Akzeptieren Sie, wenn bestimmte Medien eher auf unterhaltende Präsentationsformen setzen, Journalisten Ihre Idee nicht so gut finden oder für jeweilige Mediengattungen (z.B. Fachpresse im Vergleich zur Publikumspresse) andere Kommunikationsinhalte gewählt werden müssen. Sie gehen zwar davon aus, dass der Journalist was für Sie tun soll (nämlich zu berichten), aber in Wirklichkeit sind Sie der Dienstleister des Journalisten, der von Ihnen Informationen entsprechend aufbereitet haben möchte.

3. Reden Sie Klartext. Just in time!
Bedenken Sie, dass Journalisten in allen Medien mehr Negativ-Entscheidungen als Positiv-Entscheidungen treffen müssen: Das Angebot an Themen ist viel größer, als das Medium verarbeiten kann. Wenn sich jemand Zeit für Sie nimmt, dann schätzen Sie es bitte dadurch, dass Sie Ihre Geschäftsidee kurz, knapp und mit dem sofort erkennbaren Nutzen für Journalist und seine User/Leser/Hörer/Zuschauer.

4. Bleiben Sie ehrlich
Kommunikation bedeutet nicht, das Gegenteil von dem zu erzählen, was Produkt oder Dienstleistung hergeben. Gerade angesichts zunehmender Blogger-Aktivitäten, Kunden-Feedbacks und direkten Response-Möglichkeiten bei klassischen Medien ist es ratsam mit öffentlicher Kritik offen, transparent und ohne Tricks (z.B. falsche User-Profile) umzugehen. Journalisten und Kunden verzeihen einem Unternehmen bis zu einem gewissen Punkt dessen Fehler – aber sie verzeihen nicht, wenn Unternehmen sich nicht dazu bekennen oder zeigen, dass sie lernfähig sind.

5. Möglichst wenige Medienbrüche
Print ist noch nicht tot – aber es röchelt schon. Halten Sie sich nicht krampfhaft daran fest, dass nur Zeitungsausschnitte die richtige Kommunikationswährung sind, die Ihre Arbeit aufwiegt. Setzen Sie bei der Ansprache von Medien darauf, welche Medien Ihre Kunden nutzen – und nicht unbedingt, welche Medien Sie persönlich gut finden und wo Sie immer schon mal rein kommen wollten. Es muss nicht immer direkt Zeit oder Spiegel sein – manchmal hilft der Wochenspiegel mehr. Oder die Website des Kölner Stadt-Anzeigers.

6. Verlassen Sie die Gründer-Position
Es gibt viele Themen, die für Gründer eine enorme Relevanz haben. Aber entspricht diese Relevanz auch der Interessenslage bei Journalisten oder Ihren Konsumenten? Streichen Sie die Dinge hervor, die Ihre jeweilige Zielgruppe über das Produkt oder Ihre Dienstleistung wissen muss. Betrachten Sie Ihre Idee aus dem Blickwinkel des Außenstehenden. Sie werden sehen: Dinge, die Ihnen gar nicht mehr besonders erscheinen, können unter Umständen auch mehrere Jahre hinweg Medien interessieren.

7. Halten Sie Ihr Geld zusammen
Hinterfragen Sie bei jeder Kommunikationsmaßnahme, ob sie die richtige ist. Social Media kann eine preiswerte Alternative zur klassischen Kommunikation sein – wenn es zum Produkt und der Käuferschicht passt. Sorgen Sie für eine gesunde Mischung aus Werbung, Marketing und PR – meistens sind Kampagnen nur im Mix erfolgreich. Entscheiden Sie nicht nur nach dem Preis. Die teuerste Kommunikationsmaßnahme ist die, die zunächst wenig Budget aufbraucht – dann aber wirkungslos verpufft.


© 2003-2017 NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.V., Köln, Telefon: 0221 / 22 67 33 33, info@neuesunternehmertum.de